SACHBESCHÄDIGUNG

Polizei verurteilt Selbstjustiz in Torgelow

Ein 68-jähriger Mann soll in Torgelow versucht haben, Kinder in sein Auto zu locken. Unbekannte haben nun sein Auto beschädigt.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Unbekannte zerstörten beide Außenspiegel vom Auto eines Mannes in Torgelow, der Kinder und Frauen belästigt hat.
Unbekannte zerstörten beide Außenspiegel vom Auto eines Mannes in Torgelow, der Kinder und Frauen belästigt hat. Holger Schacht
Auch mehrere Scheiben sind laut Polizei eingeschlagen worden.
Auch mehrere Scheiben sind laut Polizei eingeschlagen worden. Holger Schacht
Torgelow.

Nachdem ein älterer Mann mehrere Jungen, Mädchen und Frauen in Torgelow belästigt und mit Süßigkeiten versucht hat, in sein Auto zu locken, wurde dieses nun angegriffen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden beide Außenspiegel des weißen Skodas des Mannes bereits am Freitag durch unbekannte Täter zerstört. Außerdem wurden mehrere Scheiben des Wagens eingeschlagen, was drei Zeugen am Samstag meldeten.

Der Schaden beträgt 2000 Euro. In beiden Fällen wurden Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung erstattet, die Kriminalpolizei Ueckermünde hat die Ermittlungen aufgenommen.

Elf Sachverhalte sind laut Polizeisprecher Andrej Krosse gegen den 68-jährigen Mann aus der Region in den vergangenen Wochen angezeigt worden. Darunter Beledidigung, Hausfriedensbruch und viermal das Ansprechen von Kindern. Angehörige des Rentners sorgten den Beamten zufolge dafür, dass sich der Mann in medizinische Betreuung begeben hat. Er befinde sich in ärztlicher Obhut.

"Selbstjustiz ist keine Form der Zivilcourage"

Die Polizei weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass Strafverfolgung und Gefahrenabwehr Aufgabe der Justiz und der Polizei seien. „Durch solche Aktionen machen sich die Handelnden selbst strafbar. Mit diesem Verhalten wird weder den Opfern, noch den Strafverfolgungsbehörden geholfen. Selbstjustiz ist keine Form der Zivilcourage”, heißt es.

In der vergangenen Woche schickte Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos) die Kopie eines Schreibens besorgter Eltern, das bei ihr eingegangen war, an den Landrat Michael Sack (CDU). Darin fordern die Eltern unter anderem, dass sofort gehandelt werden müsse „und nicht erst dann, wenn etwas Schreckliches” passiert sei.

Außerdem wird in dem Brief beschreiben, wie der Mann vorgeht. Der folge „langsam fahrend den Kindern, aber auch Frauen, mit der Aufforderung sie mögen doch in sein Auto steigen”, um sich nach „Hause fahren” zu lassen. Als ein Elternteil ihn angesprochen habe, hätte der Rentner „sehr aggressiv” und „schreiend” reagiert. Nach Eindruck des Elternteils scheine der Mann „psychisch sehr labil” und „angespannt” zu sein, sei als „sehr gefährlich einzuordnen”.

 

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