NACH FEUER

Probleme um Räumung des Ueckermünder Brandblocks gelöst

Die Mieter müssen ihre Wohnungen im Brandblock in Ueckermünde räumen. Doch bisher sind ihnen keine kostenlosen Container für den Sperrmüll zur Verfügung gestellt worden. Jetzt sorgte Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe für eine Lösung.
Holger Schacht Holger Schacht
So sieht es in einer der Wohnungen in der vierten Etage unterm Dach aus, die früher ein Zuhause waren. Teile der Deckenplatte
So sieht es in einer der Wohnungen in der vierten Etage unterm Dach aus, die früher ein Zuhause waren. Teile der Deckenplatten liegen auf dem Boden, durch den Schimmel fallen die Tapeten von den Wänden. ZVG
Ein Feuer hatte am 13. Juli den Dachstuhl des Wohnblockes in Ueckermünde Ost zerstört. 40 Familien verloren ihr Zuhause
Ein Feuer hatte am 13. Juli den Dachstuhl des Wohnblockes in Ueckermünde Ost zerstört. 40 Familien verloren ihr Zuhause Nordkurier-Archiv
Ueckermünde.

Selten ist die Solidarität unter den Ueckermündern so gefragt wie in diesen Tagen. Sollten Sie eines der Brandopfer aus Ueckermünde Ost kennen, bieten Sie Ihre Hilfe an! Nach dem verheerenden Feuer, das einen gesamten Block in der Geschwister-Scholl-Straße unbewohnbar machte, müssen die 40 betroffenen Wohnungen jetzt geräumt werden. Zunächst hieß es, an diesem Freitag sei Stichtag. Inzwischen ist der Termin auf kommenden Freitag verschoben worden.

Viele Mieter sind ratlos, wo sie mit dem Sperrmüll hin sollen. Die vermietende Ueckermünder Wohnungsgenossenschaft kündigte nach dem Dachstuhlbrand sämtliche Verträge mit den Versorgern. Auch mit Abfallentsorger Remondis – was zu Problemen führt. Mieter sind sauer: „Weil wir nicht versichert sind, sollen wir die Kosten für die Container aus eigener Tasche zahlen. Einige sind dazu gar nicht in der Lage.“ Betroffen seien besonders ältere Bewohner, die mit der gesamten Situation ohnehin überfordert seien.

Der Chef ist sehr kulant

Andere Mieter wiederum haben das Heft des Handelns längst selbst in die Hand genommen, sind dankbar über jede Unterstützung. Einer von ihnen erzählt: „Ohne die Kulanz meines Chefs würde ich die Räumung nicht schaffen. Er gab mir bereits fünf Tage frei. Für den Umzug, für die Räumungsaktion. Außerdem stellte er mir einen Dienstwagen mit Anhänger zur Verfügung.“ Er sei, so der Mieter, beim Brand noch relativ glimpflich davon gekommen: „Bei mir im zweiten Stock ist nur etwas Wasser durch die Decke getropft. Alle Möbelstücke sind noch heil.“ In der vierten Etage unter dem Dach sieht‘s viel schlimmer aus. Teile der Decken sind heruntergefallen. Durchs Löschwasser bildete sich Schimmel an den Wänden, und die Luft ist immer noch verraucht und äußerst stickig.

Die Container werden kostenlos zur Verfügung gestellt

Gelöst ist inzwischen der Ärger wegen des Bezahlens der Container. Die Betreuerin eines Mieters sowie die Vorstandsdamen der Wohnungsgenossenschaft hatten sich an Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe gewandt. Der führte Gespräche mit Vertretern der Ver- und Entsorgungsgesellschaft des Landkreises und mit Ueckermündes Remondis-Niederlassungsleiter Andreas van der Heyden. „Den Mietern werden kostenlos zwei Container zum Ende des Monats zur Verfügung gestellt“, sagte Kliewe jetzt.

Das Feuer war am 13. Juli abends im Dachstuhl des Wohnblocks ausgebrochen. Nach der Untersuchung eines Brandursachenermittlers der Kripo besteht der Verdacht einer schweren Brandstiftung. In der Wohnungsgenossenschaft wird der Schaden auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Jetzt soll der Wohnblock saniert werden. Frühestens in einem Jahr könnten die Mieter wieder einziehen.

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