So zog der Protestzug der Knirpse im Oktober durch Ueckermünde-Ost. Die Kitas „Storchennest“ und „Haffr
So zog der Protestzug der Knirpse im Oktober durch Ueckermünde-Ost. Die Kitas „Storchennest“ und „Haffring“ wollten Sprach-Kitas bleiben. Der Protest hatte Erfolg. Katja Richter
Förderung

Protest am Haff war erfolgreich – Sprachkitas bleiben!

An den Protesten gegen das Aus von Sprach-Kitas haben sich auch Ueckermünder Erzieherinnen und Kinder beteiligt. Nun gibt es vom Bund grünes Licht für die Fortsetzung des Sprachförderprogrammes.
Ueckermünde

Die gute Nachricht hat die Erzieherinnen und Kinder der Kitas „Haffring“ und „Storchennest“ in Ueckermünde schon erreicht: Sie können auch weiterhin eine verstärkte sprachliche Bildung für ihre Kinder gewährleisten. Dafür waren die Knirpse und Erzieher im Oktober trommelnd und pfeifend auf die Straße gegangen und hatten sich am bundesweiten Aktionstag gegen die Beendigung des Bundesprogrammes „Sprachkitas, weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ mit einer Kinder-Demonstration beteiligt.

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„Ohne Proteste wären die Kitas sang- und klanglos verschwunden”

Die Bundesregierung wollte die Mittel für das Bundesprogramm zum Jahresende streichen. Doch nun hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für die Übergangsfinanzierung grünes Licht gegeben und insgesamt 109 Millionen bewilligt, die aus dem geplanten KiTa-Qualitätsgesetz umgeschichtet werden.

SPD-Bundestagsmitglied Erik von Malottki teilte mit, dass der Bund das Programm zunächst bis zum Juni 2023 fortsetzt, im Anschluss übernehmen die Bundesländer die Sprach-Kitas in ihre Verantwortung.

Kita-Leiterin Dana Rollinger Tewis sagte: „Wir hätten uns natürlich eine Verlängerung um mindestens zwei Jahre gewünscht, aber ich bin zuversichtlich, dass da auch auf Landesebene etwas passiert.“ Sie sei sich sicher, dass ohne die Proteste die Sprach-Kitas sang- und klanglos verschwunden wären. „Das wäre tragisch.“

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„Der Protest vieler kann etwas bewegen“

Die Teams der geförderten Sprachkitas werden über das Programm jeweils durch eine zusätzliche Fachkraft mit Expertise im Bereich sprachlicher Bildung verstärkt, erklärte die Pädagogin. Diese Sprachfachkraft ist direkt in der Kita tätig. Sie berät, begleitet und unterstützt das Team bei der Weiterentwicklung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung. „Solche Programme sollten nicht gestrichen, sondern verstetigt werden“, betonte Dana Rollinger Tewis. Für die Kita-Kinder sei der erfolgreiche Protest gegen das Aus der Sprach-Kitas zudem eine tolle Erfahrung. „Der Protest vieler Menschen kann etwas bewegen, so funktioniert Demokratie.“

Mit einer Petition hatte eine Neubrandenburger Kita-Leiterin bundesweit für die Rettung der Sprach-Kitas gekämpft. Mit mehr als 278.000 Unterschriften war ihre Petition die erfolgreichste Petition des Jahres, erklärte von Malottki. Der unermüdliche Einsatz der vielen Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, der Gewerkschaften und Verbände für die Sprach-Kitas habe sich ausgezahlt.

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