Eine Leserin hat am Wochenende schon wieder apathische Fische in der Uecker entdeckt. Foto: ZVG
Eine Leserin hat am Wochenende schon wieder apathische Fische in der Uecker entdeckt. ZVG
Ueckermünder Hafen

Rätsel um apathische Fische scheint gelöst

Fast bewegungslos trieben schon wieder Fische an der Wasseroberfläche der Uecker. Jetzt liegen die Untersuchungsergebnisse für drei tote Tiere aus der vergangenen Woche vor.
Ueckermünde

Erneut sind apathische Fische im Ueckermünder Stadthafen gefunden worden. Sie habe Fische gesehen, die nach Sauerstoff gerungen hätten. Einige hätten sogar angefressen ausgesehen, sagte eine Leserin dem Nordkurier. Am Montag bestätigte Landkreissprecher Achim Froitzheim das erneute Auftreten von verstörten Tieren in der Uecker.

Bereits vor einer Woche hatten Zeugen viele Fische an der Wasseroberfläche des Flusses gemeldet. Apathisch seien sie gewesen, hätten nach Luft geschnappt und sich keschern lassen, ohne Versuch zu flüchten (der Nordkurier berichtete). Jetzt wiederholte sich also das Phänomen. Es trat in Ueckermünde vom „Schöpfwerk“ beginnend stromab bis zum Ende des Wendebeckens in Höhe des Köhnschen Kanals auf.

Temporärer Sauerstoffmangel als mögliche Ursache

Inzwischen liegen die Untersuchungsergebnisse von drei toten Fischen vor: Indizien auf eine Krankheit oder Vergiftung der Fische gebe es nicht, sagte Froitzheim nach Rücksprache mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Zwar stehe der Befund auf Parasiten noch aus, doch auch dieser werde dem Sprecher zufolge wohl negativ auffallen. „Alles deutet auf einen temporären Sauerstoffmangel hin“, erklärte er. Bekräftigt werde diese These, da verschiedene Fischarten die gleichen Symptome aufwiesen – Fischkrankheiten seien eigentlich aber sehr artspezifisch. Von der Wasserschutzpolizei hat Froitzheim indes noch nichts gehört. Aus diesem Grund schließt er auch aus, dass es sich um ein ernstes Problem handelt.

Der aktuelle Fall erinnert stark an das Jahr 2016, als es im Ueckermünder Hafenbecken ein Fischsterben gegeben hatte, das auf Sauerstoffmangel zurückzuführen war. Darauf weist laut dem Landkreissprecher auch die untere Wasserbehörde hin. Bei höheren Temperaturen führen die dicke Schlammschicht im Hafen und der hohe Nährstoffgehalt zu diesem Phänomen, erklärte er. „Da hilft nur ein Saugbagger, der den Hafen entschlammt“, sagte Froitzheim. Die Mittel des Landkreises seien jetzt ausgereizt, nun sei die Stadt Ueckermünde als Pächter des Hafens am Zug. Allerdings wiederholte Bürgermeister Jürgen Kliewe am Montag seine Aussagen aus der vergangenen Woche, dass er derzeit keine Möglichkeit sehe, das Hafenbecken ausbaggern zu lassen. Zum einen fehle ein Spülfeld, auf dem das ausgebaggerte Material gelagert werden könne, zum anderen könne die Stadt die Kosten nicht stemmen. Kliewe geht von einer sechstelligen Summe aus. „Ausbaggern ist derzeit kein Thema für uns.“

Dann, erklärte Froitzheim, müsse die Stadt mit dem Ergebnis leben. Zwar sei vorerst nicht davon auszugehen, dass weitere Fische sterben, da die Wassertemperatur weiter abnehme. Spätestens im kommenden Jahr müsse aber mit dem gleichen Phänomen gerechnet werden.

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