Ermittlungen nach Tod eines sechsjährigen Mädchens
Rätsel um den Tod der kleinen Leonie

Diese Plüschtiere und fünf Kerzen stellten drei Mütter in den Hauseinang in der Breiten Straße in Torgelow, die sich über den Tod von Leonie bestürzt zeigten. Auf einem kleinen Schild steht "Unvergessen".
Diese Plüschtiere und fünf Kerzen stellten drei Mütter in den Hauseinang in der Breiten Straße in Torgelow, die sich über den Tod von Leonie bestürzt zeigten. Auf einem kleinen Schild steht „Unvergessen”.
Holger Schacht

In Torgelow ist ein sechsjähriges Mädchen unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen. Bisher können weder eine Gewalttat noch ein Unfall ausgeschlossen werden, bevor nicht das Ergebnis der Obduktion vorliegt.

Die kleine Leonie (6) war ein richtig süßes Kind mit einem glücklichen Lächeln. Sie spielte gern mit ihren jüngeren Geschwistern, verstand sich prima mit ihnen. Jetzt ist das Mädchen aus Torgelow tot. Ihre Leiche war am Samstag nachmittags von David H. in der Wohnung in der „Breite Straße” gefunden worden. Er ist der Lebensgefährte von Janine Z., Leonies Mutter, und rief die Retter.

Die Kleine soll die Treppe heruntergestürzt sein. Beatrix Heuer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, wollte am Montag weder einen Unfall noch eine Gewalttat ausschließen: „Es läuft ein Todesermittlungsverfahren. Wir müssen das Ergebnis der Obduktion abwarten.“ Am Dienstag soll es vorliegen. Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald: „Wir bedauern den Tod des Mädchens außerordentlich! Dem Jugendamt des Landkreises liegen keinerlei Hinweise vor, die auf etwas anderes als einen Unfall hindeuten.“ Doch vor dem Ergebnis der Obduktion herrscht letztlich Ungewissheit. Durch Torgelow und in den sozialen Medien schwirren immer neue und teilweise bizarre Gerüchte über den Tod von Leonie.

Drei Mütter legen Plüschtiere vor den Hauseingang

Im Laufe des Samstagabends hatte sich der Fall zu einem immer größer werdenden Polizei-Einsatz entwickelt. Funkwagen standen vorm Haus, Augenzeugen beobachten Polizisten am Fenster der Wohnung, Kriminaltechniker sicherten Spuren. Schnell stand fest, dass das Mädchen keines natürlichen Todes gestorben war. Auch Mitarbeiter des Landkreises reagierten sofort, schickten ein Kriseninterventions-Team zur Familie, das Hilfe anbot. Gegen 23 Uhr transportierte ein Leichenwagen das tote Kind ab. Bis tief in die Nacht ging die Polizeiarbeit in der Wohnung weiter. Was konkret passiert war, war da noch nicht bekannt. Die Polizei bestätigte zu diesem Zeitpunkt auf eine konkrete Nordkurier-Anfrage auch nicht den Tod des Mädchens, sondern lediglich einen Einsatz.

Drei über den Tod des Mädchens bestürzte Mütter legten am Montag Plüschtiere und Kerzen in den Hauseingang: „Wir sind einfach nur traurig.“ Nachbarn wissen über die Familie so gut wie nichts. Sie sei erst vor Kurzem in die Wohnung gezogen, heißt es mehrfach in der Straße. Mutter Janine stammt ursprünglich aus Wolgast, hat noch zwei Söhne (3 Jahre, 6 Monate). Seit März 2017 ist sie mit David H. liiert, der nicht der Vater des toten Kindes ist. David H. kommt aus Anklam und soll aus schwierigen Verhältnissen stammen. Er stand zunächst im Fokus der Beamten, weil sein Lebenslauf in der Vergangenheit nicht immer gerade verlief. Offenbar gab es aber keinerlei Hinweise auf irgendein Fehlverhalten, das man ihm jetzt hätte vorwerfen können.

Gegenüber dem Nordkurier wollte sich David H. nicht äußern. Kreissprecher Froitzheim: „Auch nach dem tragischen Ereignis sieht das Jugendamt keinen Anlass, die anderen Kinder in Obhut zu nehmen, da die Familienverhältnisse als stabil eingeschätzt werden.“