Tobias Wiemann auf dem Regiestuhl. In Spanien und in Deutschland drehte er von September bis November 2020 den Film „Der
Tobias Wiemann auf dem Regiestuhl. In Spanien und in Deutschland drehte er von September bis November 2020 den Film „Der Pfad“. c/o Warner Bros. Ent. 2022 Gemma Silvestre
Vater und Sohn: Volker Bruch und Julius Weckauf.
Vater und Sohn: Volker Bruch und Julius Weckauf. c/o 2022 Eyrie Entertainment GmbH, Warner Bros. Entertainmen
Tobias Wiemann spricht beim Filmdreh mit Hauptdarsteller Julius Weckauf.
Tobias Wiemann spricht beim Filmdreh mit Hauptdarsteller Julius Weckauf. c/o Warner Bros. Ent. 2022, Andrea Resmini
In der Heimat

Regisseur Tobias Wiemann stellt seinen neuen Kinofilm am Haff vor

Der in Torgelow aufgewachsene Regisseur hat seinen dritten Kinofilm gedreht. „Der Pfad“ kommt jetzt auch in das Kino nach Ueckermünde – und mit ihm der Filmemacher.
Ueckermünde

Tobias Wiemann hat ein paar aufregende Wochen hinter sich. Kein Wunder. Denn der neueste und mittlerweile dritte Kino-Film des in Torgelow aufgewachsenen Regisseurs ging in der vergangenen Woche in die Kinos. Da gehörten im Vorfeld Interviews und Presseauftritte dazu, um den Streifen „Der Pfad“ bekannt zu machen. Der Kinostart war offenbar sehr erfolgreich. Denn der 40-Jährige hat schon auf die Seiten der deutschen Kinocharts geschaut und dabei entdecken können, dass sein Jugendfilm auf Platz zehn steht. „Das ist toll“, freute er sich. Sicherlich gemeinsam mit seiner Ehefrau Jytte-Merle Böhrnsen, die auch zum Schauspieler-Ensemble gehörte. „Sie spielt die Passfälscherin“, sagte Wiemann, und sie ist Co-Autorin des Drehbuchs, das sie zusammen mit Rüdiger Bertram nach dessen gleichnamigem Roman „Der Pfad“ schrieb. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.

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Bekannte Schauspieler wirken mit

Der Film erzählt zwar von einer Flucht vor den Nazis im Jahr 1940. Für Tobias Wiemann ist es aber trotzdem ein Streifen, der sich an Kinder ab zehn Jahren und vor allem an Jugendliche richtet. „Es soll ein Familienfilm sein“, sagte er. Deswegen habe das Team Actionszenen mit Gewalt, die normalerweise zu jedem Kriegsfilm dazugehören, weitgehend weggelassen. Damit ist „Der Pfad“ ab sechs Jahren freigegeben. Wiemann erzählt darin, wie der kritische Journalist Ludwig Kirsch (Volker Bruch, „Babylon Berlin“) mit seinem zwölfjährigen Sohn (Julius Weckauf, „Der Junge muss an die frische Luft“) von Frankreich über die Pyrenäen nach Spanien fliehen will, um mit dem Schiff zu Rolfs Mutter (Anna Maria Mühe, „Lassie“) nach New York zu kommen. Das elternlose zwölfjährige Mädchen Núria (Nonna Cardoner) soll die beiden über die gefährliche Trasse führen. Doch dann wird Rolfs Vater verhaftet. Die beiden Kinder können sich verstecken und bleiben ganz auf sich gestellt. Sie müssen nun zusammenhalten und die eine oder andere schwierige Situation durchstehen.

Thema Flucht heute so aktuell wie damals

Der Film transportiert nicht nur die Botschaft, dass Freundschaft und Zusammenhalt im Leben wichtige Dinge sind. Wiemann will den jugendlichen Zuschauern auch zeigen, was Flucht und Vertreibung bedeuten, die man heute in aller Welt beobachten muss. „Das Thema ist heute so aktuell wie damals“, sagte der 40-Jährige.

Als er das Angebot für den Film bekam, habe man gemeinsam überlegt, wie man das Projekt umsetzen kann. „Es gibt viele gute Filme zu dem Thema.“ So habe man die Vision gehabt, etwas Neues zu entwerfen und diesen Film aus der Sicht der Kinder zu erzählen. Kinder würden die Gefahr noch nicht sehen. Deswegen nahm Rolf auch seinen kleinen Hund mit in einer Tasche, der am Ende das Versteck des Vaters verriet. Man habe eine Brücke zum Heute und Jetzt schlagen wollen. „Die Leidtragenden von Krieg sind immer auch die Kinder. Und die können gar nichts dafür“, so Tobias Wiemann.

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Regisseur bringt Schauspielerin und Drehbuchautorin mit ans Haff

Wiemann ist sehr glücklich, dass dieser Film nach „Großstadtklein“ von 2013 und „Amelie rennt“ von 2017 gedreht werden konnte. Für letzteren erhielt er sogar den deutschen Filmpreis. Bei „Der Pfad“ sei es schwierig gewesen, den Film zu finanzieren. „Wir wussten bis zum letzten Monat nicht, ob wir drehen können.“ Deswegen ist er sehr dankbar, dass dies über Warner Bros. Entertainment möglich wurde. Er sei auch froh gewesen, Jytte-Merle Böhrnsen in Spanien an seiner Seite gehabt zu haben. Sie habe immer Lösungen gefunden, wenn das Budget für bestimmte Szenen nicht ausreichte und Änderungen vorgenommen werden mussten.

Mit einer Woche Verspätung ist es auch den Ueckermünder Kino-Betreibern gelungen, den Streifen an das Haff zu holen. „Der Pfad“ läuft ab Donnerstag um 17.30 Uhr in der Volksbühne an. Am Sonnabend und Sonntag gibt es zusätzliche Vorstellungen um 15 Uhr. Am Samstag um 17.30 Uhr werden sich sogar Tobias Wiemann und seine Ehefrau Jytte-Merle Böhrnsen unter das Kino-Publikum mischen. Danach bekommen alle Filmfans Gelegenheit, den Regisseur sowie die Schauspielerin und Drehbuchautorin über den Film und auch anderes auszufragen – bei einem Filmgespräch.

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