Bürgermeister Jan Herzfeld freut sich über das Prädikat „Anerkannter Tourismusort“. Die Altwarper Binnendünen und der idyllische Hafen locken jedes Jahr viele Wanderer und Naturfreunde an.
Bürgermeister Jan Herzfeld freut sich über das Prädikat „Anerkannter Tourismusort“. Die Altwarper Binnendünen und der idyllische Hafen locken jedes Jahr viele Wanderer und Naturfreunde an. Christopher Niemann, Simone Weirauch, Archiv Naturpark, NK-Montage
Tourismusort

Ritterschlag für Urlauber-Dorf am Haff

Für den Titel Kurort reicht es nicht, aber das bei Touristen beliebte Fischerdorf Altwarp darf jetzt trotzdem von den Gästen eine Abgabe kassieren. Das Prädikat „Anerkannter Tourismusort“ wurde vergeben, nur die Satzung fehlt noch.
Altwarp

Diese frohe Botschaft möchte Bürgermeister Jan Herzfeld gleich allen Altwarpern verkünden: Das Fischerdorf am Stettiner Haff nun jetzt offiziell das Prädikat „Anerkannter Tourismusort“. Der Anerkennungsbescheid ist jetzt bei der Amtsverwaltung in Eggesin eingetroffen. Das Wirtschaftsministerium hat die Altwarper nicht lange warten lassen, keine drei Monate sind vergangen, seit die Antragsunterlagen aus Vorpommern nach Schwerin geschickt worden sind. Der Bürgermeister ist zufrieden. „Zwar ist die Urlaubssaison 2022 fast zu Ende, aber wir nutzen den Herbst und den Winter, um eine entsprechende Satzung für einen Tourismusort zu erarbeiten“, sagt Jan Herzfeld. Der nächste Sommer kommt bestimmt, und mit ihm die Feriengäste, für die das 450-Einwohner-Dorf am nordöstlichen Ende Deutschlands längst mehr als ein Geheimtipp ist.

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Altwarp war schon vor 100 Jahren Luftkurort

Altwarp hat als Luftkurort schon vor 100 Jahren Badegäste angelockt. In der Heimatstube lassen sich dafür auch noch Belege auf alten Fotografien finden. Und auch heute ist das Fischerdorf ein beliebter Urlaubsort. Caravanfreunde steuern gern den Wohnmobilstellplatz am Hafen an, Badespaß im Haff ist an mehreren Stellen möglich, 26 Liegeplätze für Sportboote bietet der beschauliche Hafen, und seit zwei Jahren gibt es auch eine Anlegestelle für Traditionsschiffe. In diesem Sommer haben die Altwarper in einer privaten Initiative Geld für Strandkörbe gesammelt, die die Badestellen noch attraktiver machen sollen.

Gemeinde kann nun zusätzliche Einnahmequelle nutzen

Wenn auch für einen Kurbetrieb in Altwarp entscheidende Voraussetzungen fehlen, so kann der Ort mit seiner besonderen landschaftlichen Lage nun als „Anerkannter Tourismusort“ eine zusätzliche Einnahmequelle nutzen – eine gästebasierte Kurabgabe. Seit der Änderung des Kurortgesetzes und des Kommunal­abgaben­gesetzes am 11. Juni 2021 können sich touristisch relevante Orte, die nicht als Kur- oder Erholungsort anerkannt sind, um die neuen Prädikate „Tourismusort“ und „Tourismusregion“ bewerben. Nach der Stadt Anklam ist Altwarp das erste Dorf im Landkreis Vorpommern-Greifswald, das dieses Prädikat trägt. „Wir werden die nächsten Schritte im Gemeinderat besprechen“, sagt Bürgermeister Herzfeld. Das Fischerdorf freut sich übrigens auch in der kühlen Jahreszeit über Gäste, versichert er.

Gemeinsam mit der Fischereigenossenschaft Haffküste, dem Tourismusverband Vorpommern und dem Fremdenverkehrsverein Altwarp wird am 1. Oktober von 10 bis 17 Uhr wieder ein zünftiger Fischmarkt veranstaltet.

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