RADTOURISMUS

Rothemühls Radfernweg wuchert zu

Radwanderer, die dem orangefarbenen Zeichen des Seen-Radfernweges folgen, bleiben in Rothemühl besser gleich auf der Straße.
Das Schild in Rothemühl weist den Weg, aber dieser ist schon längst zugewachsen.
Das Schild in Rothemühl weist den Weg, aber dieser ist schon längst zugewachsen. Simone Weirauch
Rothemühl.

Die Hinweisschilder sind groß und nicht zu übersehen. Hinter Rothemühl wird der Mecklenburger Seen-Radfernweg weiter Richtung Neuensund ausgewiesen. Verfahren kann sich an dieser Stelle niemand, die Beschilderung ist eindeutig.

Was allerdings fehlt, ist der Radweg. Den sucht der Radfahrer vergebens. Neben der Kreisstraße gibt es keinen Weg mehr. Irgendwann in Höhe der Försterei Rothemühl zeichnet sich auf dem Waldboden dann wieder ganz dezent ein Pfad ab. Doch dann fährt schon niemand mehr auf dem Radfernweg, sondern auf der Straße. Aber Achtung, wer auf dem Asphalt zu schnell unterwegs ist, übersieht leicht das nächste Hinweisschild am Waldrand: Kurz vor Heinrichswalde biegt der Radfernweg nach links Richtung Neuensund in den Wald ein. Weil er auch an dieser Stelle nur ein schmaler Pfad ist, der zwischen zwei prächtige Feldsteine hindurch führt, können Radfahrer diesen Abzweig schnell übersehen.

Schlechte Qualität der Radwege in Mecklenburg-Vorpommern

Der Mecklenburger Seen-Radweg ist nur einer von mehreren beliebten Radfernwegen, die durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald führen. Von Wolgast führt er nach Ueckermünde, weiter über Ferdinandshof bis nach Neuensund, Gehren und dann nach Neubrandenburg. Endstation ist nach 630 Kilometern Lüneburg in Niedersachsen.

Radurlaub in MV wird immer beliebter, doch das Radwegenetz kann in der Qualität schon seit Längerem nicht mehr mithalten. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) verteilt immer wieder schlechte Noten für ramponierte Pisten.

„Bei uns sind zwar in diesem Sommer keine Beschwerden der Fahrradtouristen über schlechte Wege angekommen, aber wir wissen auch um dieses Problem. Fehlende Einkehrmöglichkeiten oder Fahrradstationen auf längeren Wegabschnitten kommen dazu“, sagte Uta Sommer vom Tourismusverein Stettiner Haff.

Neustart für den Radverkehr

Touristiker und Radfahrverbände fordern einen „Neustart für den Radverkehr“ im Land. Demnach soll bis 2021 zwischen Kommunen, Kreisen und Land ein Konzept für ein lückenloses Radwegenetz abgestimmt werden. Bis 2025 sollen marode Radfernwege umfassend erneuert und danach auch erhalten werden.

Der ADFC Mecklenburg-Vorpommern war an der Erarbeitung der gemeinsamen Ziele von Anfang an beteiligt. „Mecklenburg-Vorpommern ist dabei, beim Radverkehr den Anschluss zu verpassen“, sagt Volker Schulz, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC. Durch E-Bikes, Lastenräder und Kinderanhänger haben sich die Ansprüche von Touristen und Pendlern an gute Radwege deutlich verändert. Dieses wichtige Zukunftsthema brauche mehr Personal, mehr Geld und neue klare Strukturen auf der Landesebene.

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