Die Sporthalle in Ueckermünde Ost wird von den Vereinen gut genutzt.
Die Sporthalle in Ueckermünde Ost wird von den Vereinen gut genutzt. Eckhard Kruse
Kostenexplosion

Scheitert die Sanierung der Turnhalle in Ueckermünde Ost?

Für die Sportvereine und die Stadtvertreter war eigentlich klar, dass die Sporthalle saniert wird. Doch nun legte die Verwaltung die neue Kostenberechnung vor. Die brachte manch einen ins Grübeln.
Ueckermünde

Die Ueckermünder Stadtvertreter hatten 2019 ein eindeutiges Votum für die Sanierung der Turnhalle in Ueckermünde Ost gegeben. Ein geplanter Verkauf war damit vom Tisch. Im Dezember 2021 entschieden sie für die Planung und Sanierung in den Jahren 2022 und 2023. Doch nun waren sich die Mitglieder des Bauausschusses nicht mehr ganz so sicher, ob die Stadt diese hohe Summe noch stemmen kann.

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Die Ursache liegt im enormen Anstieg der Baupreise und damit auch der Baukosten für das gesamte Projekt. 2019 war noch von 825.000 Euro die Rede. 2021 nannte die Verwaltung die Summe von 1,9 Millionen Euro. Doch mit den neuesten Kostenberechnungen ist die Bausumme für den ersten und zweiten Bauabschnitt auf 3,4 Millionen Euro gestiegen.

„Können und wollen wir uns das Gebäude leisten?“

Für Bauamtsleiter Sven Behnke ist es nun erneut eine Grundsatzentscheidung. „Können wir uns das Gebäude leisten und wollen wir uns das Gebäude leisten?“, fragte er in die Runde. Das Problem: Die Fördermittelgeber seien bei solchen Nachforderungen sehr zurückhaltend. Das würde bedeuten, dass die Stadt einen erheblichen Mehranteil der Kosten stemmen müsste.

Für die Stadt ist die Halle ohnehin recht kostspielig. Schließlich findet am Haffring kein Schulsport mehr statt. Die Stadt muss die Halle allein unterhalten und bekommt keine Erstattungen vom Staatlichen Schulamt. Doch die Halle ist von Vereinen gut genutzt. Mit dabei sind unter anderem der SV Einheit mit seiner Tischtennisabteilung und der Ueckermünder Turnverein, wusste Erland Scholz (Die Linke). Die Fußballer seien im Winter mit in der Halle. Frauen- und Seniorensport finde dort statt. Zurzeit würden die Judoka dort trainieren. Deswegen entschieden die Stadtvertreter zwei Mal für den Erhalt der Halle.

Auch noch neue Brandschutzauflagen

Stadtvertreter Ulf Gerhardt (Bürgerbund) sprach von einem Dilemma. Und auch Erland Scholz betonte, dass er zwar gern eine schöne und sanierte Halle haben würde. Auf der anderen Seite möchte er aber auch keine Finanzierung, die sich die Stadt nicht leisten kann. Denn laut Behnke kämen auch neue Brandschutzauflagen dazu. Stellflächen müssten nachgewiesen werden. Außerdem soll nach der Sanierung Energie gespart werden. Die Hausleitungen für Strom und Wasser seien zu erneuern.

Klaus Laade (CDU) riet, im Vorfeld zu klären, ob auf die Vereine höhere Nutzungsgebühren zukommen und ob sie diese bezahlen könnten.

Die Stadt wollte nun noch einmal die Belegungen in den anderen Sporthallen vergleichen, so Behnke, um genau zu sehen, ob es anderswo noch Möglichkeiten gibt. Der Bauausschuss votierte dennoch schon einmal für die Mehrausgaben. Es gab vier Ja-Stimmen, eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Weiter beraten die anderen Ausschüsse und die Stadtvertretung.

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