ATTACKE AUF ASYLBEWERBER

Schüler suspendiert nach Pfefferspray-Angriff

Ein Jugendlicher in Torgelow hat einen afghanischen Asylbewerber mit Pfefferspray attackiert. Er habe sich angegriffen gefühlt, sagte der Sprayer später. Zeugen sehen das aber ganz anders.
Lutz Storbeck Lutz Storbeck
Mit einem Pfefferspray ging der Jugendliche auf den Asylbewerber los.
Mit einem Pfefferspray ging der Jugendliche auf den Asylbewerber los. NK-Archiv
Torgelow.

Nach dem Pfefferspray-Angriff am Dienstag auf einen 23-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan in Torgelow, haben die Ermittler der zuständigen Kriminalpolizeiinspektion Anklam (KPI) zwar mehr Licht in die Sache bringen, aber den Fall noch nicht komplett abschließen können.

Es fehlen schlichtweg noch Informationen, um ein möglichst komplettes Bild von dem Geschehen zu bekommen. Zwei 17-jährige Schüler der Berufsschule Torgelow sind in die Attacke auf den Asylbewerber direkt verwickelt. Einer davon hatte das Pfefferspray bei sich, der andere hat es an diesem Dienstag benutzt. Das ist nicht mehr nur eine Vermutung, das steht mittlerweile fest.

Staatsschutz wurde eingeschaltet

Beide gehören zu einer anderen Produktionsschule und sind in Torgelow nur zeitweise unterrichtet worden, wie es heißt. Die Schüler sind nach Auskunft von Schulleiter Frank Buchholz nach Bekanntwerden der Attacke suspendiert worden - der Pfefferspray-Besitzer bis Pfingsten, der andere Schüler bis zum Schuljahresende im Juli.

Ein fremdenfeindlicher Anlass für den Angriff auf den Mann aus Afghanistan sei zunächst nicht zu erkennen, hieß es. Aber eben auch nicht komplett auszuschließen, sodass der Staatsschutz eingeschaltet wurde. Bislang seien noch nicht alle Fragen im Zusammenhang mit dem Vorfall geklärt, sagte Pressesprecher Andreas Scholz vom Neubrandenburger Polizeipräsidium.

Zeugen haben anderes gesehen

Nach den derzeit vorliegenden Informationen seien die Schüler an dem Tag des Vorfalls in der Pause von der Schule an der Pasewalker Straße aus zum nahe gelegenen Supermarkt unterwegs gewesen. Dabei sind die Jugendlichen an einer Ampel einer Gruppe von Asylbewerbern begegnet. Einer der Schüler hat dort den 23-Jährigen mit dem Pfefferspray besprüht – angeblich hat sich der Sprayer von den Ausländern angegriffen gefühlt.

Doch es gibt Zeugen, die diese Aussage nicht bestätigen. Sie haben den Vorfall anders erlebt, heißt es. Was genau da abgelaufen ist, das wollen die Ermittler am Freitag herausfinden. Dazu werden diese Zeugen befragt, auch der Tatverdächtige muss Auskunft geben.

Dass diese Befragungen erst drei Tage nach der Attacke stattfinden, hat damit zu tun, dass die Kriminalisten an einer anderen Sache planmäßig arbeiten. „In dem Fall ist keine Gefahr im Verzug, der Tatverdächtige bekannt“, beteuert der Polizeisprecher. Das Ergebnis der Befragung ist entscheidend dafür, was weiter mit den beiden Schülern passiert – z. B. ob der Staatsanwalt Anklage erhebt.

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