Körperverletzung

Schüsse-Opfer: „Ich glaube, dem war langweilig!“

Im Fall der Schüsse von Torgelow laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Noch immer fehlt die Tatwaffe.
Alexander B. ist wegen Drogenvergehen polizeibekannt. Im März war er vorm Schöffengericht angeklagt worden, vom Balkon seiner damaligen Wohnung in Eggesin mit dem Luftgewehr gezielt auf Personen geschossen zu haben.
Alexander B. ist wegen Drogenvergehen polizeibekannt. Im März war er vorm Schöffengericht angeklagt worden, vom Balkon seiner damaligen Wohnung in Eggesin mit dem Luftgewehr gezielt auf Personen geschossen zu haben. Simone Weirauch
Torgelow

Eine Woche nach den Schüssen auf Toni B. (20) in Torgelow ist das Tatmotiv des mutmaßlichen Schützen Alexander B. (24) weiter unklar. Toni B. sagte zum Nordkurier: „Ich glaube, dem war langweilig.“

Am vergangenen Mittwoch soll der unter Bewährung stehende Alexander B. in der Max-Planck-Straße fünf Mal vom Beifahrersitz eines grünen Opels gefeuert haben. Mit Verweis auf seine Fleischwunde in der linken Schläfe ist sich Toni B. sicher, dass er getroffen werden sollte. Nach der mutmaßlichen Tat flüchtete Alexander B. mit seinem Komplizen (35) am Steuer bis in die Bahnhofstraße, wo die Polizei sie fest nahm.

Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden

Das Auto ist sichergestellt worden, wird von der Kriminaltechnik untersucht. Die Waffe fanden die Polizisten nicht im Wagen. Es könnte sich um eine manipulierte Schreckschusswaffe handeln, mit der sich kleine Projektile verschießen lassen.

Die Verletzung von Toni B. stammt laut Polizei von einem Projektil. Beatrix Heuer von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg über Waffe und Motiv: „Die Ermittlungen dauern an.“ Aufwendig dürfte die Auswertung der Zeugenaussagen sein. Vor dem Polizeirevier Ueckermünde soll es während der Zeugenbefragungen zu einer Schlange gekommen sein.

Mutmaßlicher Schütze polizeibekannt

Bekannte des Täters halten es für möglich, dass Alexander B. grundlos feuerte. Wegen Drogenvergehen ist er polizeibekannt. Im März war Alexander B. vorm Schöffengericht angeklagt worden, vom Balkon seiner damaligen Wohnung in Eggesin mit dem Luftgewehr gezielt auf Personen geschossen zu haben. Es hatte einen leicht verletzten Jungen (14) gegeben.

Alexander B. stritt den Vorwurf ab: „Wir haben aus Jux und Dallerei rumgeballert.“ Das Schöffengericht stellte das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung durch die Schüsse damals ein. Es verurteilte ihn wegen anderer Vergehen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, setzte sie auf drei Jahre Bewährung aus.

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