TIERRETTUNG

Schwan kann bald die Flatter machen

Um den in Ueckermünde eingefangenen Schwan steht es nicht so schlimm wie zunächst vermutet. Er kuriert seine Verletzung jetzt auf dem Storchenhof Papendorf aus. Nicht die Flügel machen ihm zu schaffen.
Der Schwan kuriert seine Verletzung auf dem Storchenhof Papendorf aus. Er sitzt vor seinem Näpfen mit Wasser und Futter allein in einer Voliere, die sonst Adlern vorbehalten ist.
Der Schwan kuriert seine Verletzung auf dem Storchenhof Papendorf aus. Er sitzt vor seinem Näpfen mit Wasser und Futter allein in einer Voliere, die sonst Adlern vorbehalten ist. Holger Schacht
Um den flüchtenden Schwan einzufangen, benutzten die Ueckermünder Feuerwehrleute Decken.
Um den flüchtenden Schwan einzufangen, benutzten die Ueckermünder Feuerwehrleute Decken. Holger Schacht
Ueckermünde ·

Es gibt gute Nachrichten für den hilflosen Schwan, den Feuerwehrleute am 25. März auf dem Markt in der Altstadt Ueckermündes einfangen konnten. Das Tier wird wieder ganz gesund. Dieser Meinung ist Vogel-Experte Jens Krüger, Vereinschef des Storchenhofs Papendorf.

Dort ist der Schwan jetzt allein in einer 140-Quadratmeter-Voliere untergebracht, soll erst mal seine Verletzung auskurieren. Die ist nach der ersten Diagnose durch Krüger weit weniger schlimm als bisher vermutet. „Bei der Untersuchung konnte ich keinen gebrochenen Flügel feststellen. Die Flügel sind in Ordnung. Das Tier hat lediglich eine Prellung am rechten Bein“, sagt Krüger. Deshalb könne der Schwan nicht wegfliegen: „Schwäne nehmen mit den Füßen Geschwindigkeit auf, bevor sie mit Anlauf vom Boden abheben können.“

Wohl kein Absturz von einem Dach

Krüger hält zudem die Unfall-Version für unwahrscheinlich, wonach der Vogel vom Dach gekracht sei: „Schwäne fliegen in der Regel keine Hausdächer an.“ Viel wahrscheinlicher sei, dass der Schwan bei einem Flugstartversuch in der Ueckermünder Marktgasse versehentlich gegen eine Wand prallte, sich dabei das Bein prellte.

Auf dem Storchenhof wird der Schwan bis zur Genesung mit Wasser, Toastbrot und Weizen versorgt. Krüger: „Das Tier hat ziemlich viel gefressen, steht allerdings wegen der Umstände schwer unter Stress.“ Wer sich dem Schwan näher als fünf Meter nähert, wird angefaucht.

Noch ist unklar, wann der Schwan die Flatter macht

Wie lange das Tier in Papendorf bleiben muss, ist unklar. „Wenn es ihm besser geht, setzen wir ihn in einen Teich des Hofes“, sagt Krüger. Dann könnte der Schwan wieder die Flatter machen. Notfalls würde er ihn persönlich mit dem Auto ans Haff bringen und in die Freiheit entlassen. Dann hat sich die Tierrettung gelohnt.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Ueckermünde

zur Homepage