Manfred Fastnacht (links) übergibt die Vormanns-Verantwortung für die Ueckermünder DGzRS-Station demnächst
Manfred Fastnacht (links) übergibt die Vormanns-Verantwortung für die Ueckermünder DGzRS-Station demnächst an seinen Nachfolger, den 32-jährigen Christopher Zabel aus Mönkebude. Lutz Storbeck
Manfred Fastnacht (rechts vorn) von der DGzRS-Station Ueckermünde mit seiner Mannschaft bei der Übernahme des ersten
Manfred Fastnacht (rechts vorn) von der DGzRS-Station Ueckermünde mit seiner Mannschaft bei der Übernahme des ersten Seenotrettungsbootes für die Station in der Hauptzentrale in Bremen am 10. November 1992. NK-Archiv
Ehrenamt

Seenotretter am Haff bekommen neuen Chef

Demnächst wird Manfred Fastnacht, seit 30 Jahren Chef der Ueckermünder Seenotretter-Station, den Staffelstab an seinen Nachfolger übergeben. Der heißt Christopher Zabel, ist 32 und wohnt in Mönkebude.
Ueckermünde

Am Anfang der Ueckermünder Seenotretter-Historie war kaum mehr vorhanden als der gute Wille. Damals, im Jahr 1992. Daran kann sich Manfred Fastnacht noch gut erinnern. Gemeinsam mit zwei Gleichgesinnten, Manfred Pflicht und Albrecht „Ali“ Bick, und einem Vertreter der Bremer Zentrale der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist an einem Kneipentisch in Ueckermünde die nordöstlichste Crew der ehrenamtlichen Seenotretter aus der Taufe gehoben worden. Keines der drei Gründungsmitglieder hatte Telefon, und ein Seenotrettungsboot oder einen Liegeplatz dafür hatte das Trio auch noch nicht. Im Bedarfsfall wurden die Seenotretter, damals alle noch in ihren maritimen Berufen beschäftigt, von der Polizei oder über ein Gaststättentelefon zum Einsatz gerufen. Im Herbst 1992 kam dann das erste Seenotrettungsboot, die „Trientje“, nach Ueckermünde.

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„Bei Christopher war ich mir sicher, dass es passt”

Diese Anfangszeit ist lange vorbei, sagt Manfred Fastnacht. Und seine 30-jährige Zeit als Vormann der Ueckermünder Station bald auch. Denn demnächst wird der 63-Jährige die Amtsgeschäfte an einen Nachfolger übergeben. Der heißt Christopher Zabel, ist 32 Jahre alt, hat den Beruf eines Schiffsschlossers erlernt und wohnt in Mönkebude. Mithin nicht weit entfernt vom Haff, dem Einsatzrevier der Ueckermünder Seenotretter. Bis der Mönkebuder die volle Verantwortung für die Station im und am alten Strommeisterhaus und natürlich für die etwa 20-köpfige Ehreamtscrew übernimmt, wird er vom Vorgänger Fastnacht noch gründlich eingewiesen – praktisch und auch in der Theorie, wie Manfred Fastnacht sagt.

Er hat sich mit der Wahl eines geeigneten Kandidaten Zeit gelassen. „Im Laufe der Zeit habe ich viele Typen kommen und gehen gesehen, bei Christopher war ich mir sicher, dass es passt“, sagt Fastnacht. Der junge Mann wird, wenn er sein Amt antritt, nicht nur Seemännisches brauchen, sondern sich auch in die mittlerweile komplizierte Technik eingearbeitet haben, die für Navigation und Kommunikation gebraucht wird. Denn im Gegensatz zum ersten Rettungsboot der Ueckermünder, der „Trientje“, die nicht einmal eine Kartentisch an Bord hatte, sind die beiden aktuellen Boote der Seenotretter sinnvoll ausgestattet mit moderner Technik. Und die muss man kennen und beherrschen, um im Einsatzfall schnell und sicher handeln zu können.

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Der Neue ist Festangestellter der DGzRS-Station in Greifswald

Seinen Posten kann Fastnacht guten Gewissens übergeben. Crew und Technik sind auf dem aktuellen Stand und rund um die Uhr einsatzbereit. Was den Nachfolger angeht, so habe es durchaus auch kleinere Differenzen gegeben, das hat aber nicht geschadet. „Er hat gelernt“, sagt der Noch-Vormann, und das ist gut so, sagt Fastnacht, der den jungen Mann seit einiger Zeit kennt und seinen Werdegang verfolgt hat. Der geht noch weiter, denn Christopher Zabel ist seit Februar Festangestellter auf dem Seenotrettungskreuzer „Berthold Seitz“ von der DGzRS-Station Greifswalder Oie und derzeit noch in der weiteren Ausbildung. Dennoch: „Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass ich akzeptiert bin von der Crew“, sagt Zabel, und er hofft, dass auch künftig, unter seiner Leitung, der schon fast legendäre Zusammenhalt der ehrenamtlichen Seenotretter weiterbesteht.

Apropos Zusammenhalt: Am 6. Mai wird das 30-jährige Bestehen der Ueckermünder Seenotetter-Gemeinschaft gefeiert. Mit Ehemaligen und auch Vertretern von benachbarten DGzRS-Stationen, also in einer Runde, die seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Ein bisschen erhalten bleibt Manfred Fastnacht seiner Station noch. Etwa bis zum Jahresende will er als Rettungsmann noch unterstützen und helfen. „Aber dann ist wirklich Schluss“, sagt Fastnacht, der sich schon auf mehr Freizeit freut.

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