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Seine Fische sind Gold wert

Im Keller des Ueckermünder Fischzüchters Bodo Freimuth stehen 100 Aquarienbecken. Hier züchtet er erfolgreich seine Guppys.
Im Keller des Ueckermünder Fischzüchters Bodo Freimuth stehen 100 Aquarienbecken. Hier züchtet er erfolgreich seine Guppys.
Klaus Möller

Eine schöne Überraschung erlebte jetzt der Ueckermünder Fischzüchter Bodo Freimuth. Er bekam aus Belgien die telefonische Nachricht, dass er mit seinen neu gezüchteten Guppys Europameister geworden ist. Doch das war nicht einfach, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Alle guten Dinge sind drei, so auch beim Ueckermünder Fischzüchter Bodo Freimuth. Denn jeweils drei seiner neu gezüchteten Guppys musste er quer durch Europa zu verschiedenen Ausstellungen schicken, um sich eine Goldmedaille zu sichern. Auf insgesamt sechs Expositionen hat er seine farbenfrohen Fische gezeigt. Von einer strengen Jury wurden sie dort jeweils bewertet. Und die Spannung blieb bis zum Schluss, denn die Züchterkonkurrenz schläft nicht. Erst bei der letzten Ausstellung in Frankreich war es entschieden: Bodo Freimut ist erneut Europameister.

Die Nachricht erhielt er am Sonntag. Ein Züchterfreund war bei der Ausstellung dabei und erfuhr so von dem Erfolg des Ueckermünders. Klar, dass er auf der Heimfahrt in Belgien einen Zwischenstopp einlegte und Guppyzüchter Bodo Freimuth per Handy die frohe Nachricht überbracht. „Der Sonntag war natürlich gelaufen“, sagt Bodo Freimuth. Er ist total glücklich, denn die Entscheidung war hauchdünn.

Sofort ist er zu seinem Züchterfreund Franz Zeipelt gefahren, um die Freude mit ihm zu teilen. Mit Spannung hatten beide auf das Ergebnis gewartet. Denn die Bewertungen bei den einzelnen Ausstellungen zählen wenig, erst wenn die Resultate zusammengefasst sind, steht fest, wer bei den Fischzüchtern die Nase vorn hat. Ausstellungen gab es in diesem Jahr in Italien, Polen und Frankreich sowie in Wien, Dresden und Diemelsee. Bodo Freimuth lag mit seinen Guppys zwar sehr gut im Rennen. Was aber zum Schluss herauskommt, war ungewiss. „Ich hatte am Tag der Entscheidung richtiges Herzklopfen“, räumt der erfahrene Züchter ein.

Gewonnen hat er mit dem neuen Farbschlag Albino, Wiener Smaragd. Die etwa drei Zentimeter kleinen Fische haben einen orangefarbenen Kopf, Körper und Schwanz. Das Hinterteil ist strahlend blau. „Fische von dieser Brillanz zu züchten, ist sehr schwer“, sagt Freimuth. Viele, viele Jahre dauert es, bis die Guppys eine solche Farbenpracht entwickeln. Freimuth hat sich im Laufe der Jahre gutes Zuchtmaterial aus Österreich und den USA besorgt. Und dann muss man natürlich auch das richtige Händchen haben. Ganz wichtig ist die rechtzeitige Geschlechtertrennung. Wartet der Züchter zu lange, sind alle Weibchen befruchtet und er kann nicht mehr experimentieren. Erschwerend kommt hinzu, dass ein befruchtetes Weibchen zwölf Mal Junge bekommen kann.

Doch Freimuth kennt sich aus und hat schon seine Kandidaten für das Jahr 2014 parat. Der Ueckermünder Züchter hofft, dass seine Fische dann wieder bei Ausstellungen mit ihrer Farbenpracht und den vitalen Bewegungen überzeugen.