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So läuft die Auktion von Wohnblöcken in Lübs

Drei Mietshäuser in Lübs sollen bei einer Auktion in Berlin versteigert werden, teilweise zum Schnäppchenpreis. Doch das Interesse an einer Besichtigung enttäuschte das Aktionshaus.
Holger Schacht Holger Schacht
69.000 Euro ist das Mindestgebot für diesen Viergeschosser, der im Jahr 1966 gebaut wurde. Die renovierten Wohnungen habe
69.000 Euro ist das Mindestgebot für diesen Viergeschosser, der im Jahr 1966 gebaut wurde. Die renovierten Wohnungen haben unter anderem ein neu gefliestes Wannenbad. Holger Schacht
Lübs.

„Die Beteiligung ist mau“, gab Cornell Pahlow vom Berliner Auktionshaus Karhausen zu und fügte an: „Ich habe mit mehr Leuten gerechnet.“ Gerade mal drei Interessenten kamen zur Besichtigung nach Lübs, um den Gebäudekomplex in Augenschein zu nehmen, der am 14. Dezember in Berlin versteigert werden soll. Ein Geschäftsmann aus Torgelow winkte gleich ab: „In Lübs gibt es keinen Arzt und keinen Konsum. Da wird es schwer, neue Mieter zu finden.“

Es regnet rein

Im Katalog der Winter-Auktion wird eines der drei angebotenen Mehrfamilienhäuser besonders beworben: „Das Gebäude, für das ein Mindestgebot von 69.000 Euro aufgerufen wird, befindet sich in einem ordentlichen Zustand mit Modernisierungsbedarf“, schreibt Auktionator Matthias Knake. Es ist das Filetstück der Anlage. Zehn der 24 Wohnungen sind vermietet. Elf leere Wohnungen wurden renoviert. Der Geschäftsmann: „Vom Preis her ist das Angebot sehr in Ordnung. Die Wohnungen haben allerdings Nachtspeicherheizungen, die bei steigenden Strompreisen immer teurer werden. Zudem regnet’s durchs Flachdach rein, aber dafür gäbe es eine Lösung.“ Dabei denke er, so der Mann, an den Bau eines Solardaches. „Ich glaube sogar, dass die Bestandsmieter eine höhere Miete akzeptieren würden, wenn alles wieder tipptop wäre. Zusätzlich zum Auktionspreis wäre das mit etwa 100.000 Euro zu schaffen.“

Junge Leute zeigen Interesse am Wohnen auf dem Land

Mieter in der Wohnanlage hatten erst durch den Nordkurier von der Versteigerung erfahren. „Seit zwei Monaten überweisen wir die Miete nicht mehr nach Neubrandenburg, sondern an einen Makler in Hamburg. Letzte Woche kamen Bauarbeiter aus Polen, die die Häuser von innen etwas aufhübschten“, sagt einer der Bewohner. Der ist eigentlich ganz zufrieden mit seiner Wohnsituation. „Natürlich ist man hier ohne Auto aufgeschmissen. Ich zahle für mit Zweieinhalb-Zimmerwohnung mit 70 Quadratmetern im Moment 300 Euro“, sagt er.

Dass junge Leute kein Interesse hätten, nach Lübs zu ziehen, stimme so nicht, heißt es bei den Mietern. „Wir hatten hier schon Interessenten aus Berlin, Essen und Eutin, die sich die Mieten in größeren Städten nicht mehr leisten können. Darunter war auch eine junge Frau, die in Greifswald studiert.“

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