In unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse in der Haff-Region soll bald Strom produziert werden.
In unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse in der Haff-Region soll bald Strom produziert werden. Christian Johner
Mit dem Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen wollen die Agrarbetriebe ein weiteres Standbein aufbauen.
Mit dem Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen wollen die Agrarbetriebe ein weiteres Standbein aufbauen. Oliver Berg
Solarstrom

Solarparks an Bahnstrecke in Haff-Region geplant

In Ferdinandshof und Altwigshagen wollen Agrarbetriebe in der Nähe der Bahnlinie Solarparks errichten. Die Gemeinden haben bereits grünes Licht gegeben.
Uecker-Randow

Entlang der Bahnstrecke zwischen Ferdinandshof und Ducherow (Vorpmmern-Greifswald) ist der Bau mehrerer Photovoltaik-Anlagen im Gespräch. Verantwortlich dafür sind Landwirtschaftsunternehmen in der Region.

Die Agrar GmbH Gut Ferdinandshof will einen Solarpark südlich der Bergstraße in Ferdinandshof in der Nähe des Friedhofes errichten. Der Solarpark soll aus vier Teilflächen bestehen, die nahezu komplett der Agrar Gut GmbH Ferdinandshof gehören. Drei der vier Teilflächen befinden sich westlich der Bahnlinie, eine befindet sich östlich der Bahnlinie und damit unmittelbar neben dem Friedhof. Insgesamt hat das Plangebiet mit den vier Teilflächen eine Größe von circa 21,5 Hektar. Das entspricht etwa der Größe von 30 Fußballfeldern. Es handelt sich dabei zurzeit um noch landwirtschaftlich genutzte Flächen, welche nach dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2021) mit einem Abstand von maximal 200 Metern zu den Schienenwegen geeignet sind. Lediglich ein 15 Meter breiter Streifen entlang der Bahnlinie, der von der Bebauung frei gehalten bleiben soll, muss bei der Planung berücksichtigt werden. Es ist beabsichtigt, den Solarstrom in das öffentliche Netz der E.dis Netz GmbH einzuspeisen.

Baurecht gibt es noch nicht

Für das Vorhaben, einen Solarpark zu errichten, benötigt das Agrarunternehmen allerdings die Zustimmung der Gemeindevertreter, denn Baurecht für den Solarpark gibt es bis dato noch nicht. Während der jüngsten Ferdinandshofer Gemeindevertretersitzung wurde der Plan rege diskutiert. Mehrheitlich votierte der Gemeinderat zwar dafür, doch einige Mitglieder schlugen auch kritische Töne an. „Ich weiß nicht, ob es sein muss, die Flächen vor dem Friedhof mit Photovoltaik-Anlagen zuzupflastern“, sagte beispielsweise Jörn Pinger. „Ich finde es nicht schön, dass man vom Friedhof kommt und auf so ein Solarfeld schaut“, fügte Norbert Krumnow hinzu.

Gemeinde hofft auf Steuereinnahmen

Die Gemeindevertreter einigten sich darauf, dass für die Teilfläche östlich der Bahnlinie ein Sichtschutz zum Friedhof und zur Gartenanlage installiert wird. „Der Sichtschutz soll aus Hecken bestehen“, erklärte Ferdinandshofs Vize-Bürgermeister Frank Poch. Außerdem machte der Gemeinderat zur Bedingung, dass der Betreiber der Photovoltaik-Anlage seinen Sitz in Ferdinandshof hat. Damit hofft die Gemeinde auf Steuereinnahmen.

Andere Gemeinden ziehen nach

Ferdinandshof ist übrigens nicht die einzige Gemeinde, die sich zuletzt mit geplanten Photovoltaik-Anlagen in der Nähe von Bahnlinien beschäftigt hat. In unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse und auch zur B 109 könnten bald zwei Solarparks in Altwigshagen entstehen. Die Alwi Agrar GmbH und Co. KG plant den Bau von zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Einerseits will sich das Agrarunternehmen mit dem Projekt dem gesellschaftlichen Interesse bei der Erzeugung von regenerativer Energie stellen. Ein weiterer Beweggrund, die Anlagen zu bauen, sei die Schaffung eines weiteren Standbeines zur Sicherung des Landwirtschaftsbetriebes in Altwigshagen, teilte Prokuristin Petra Döhler bei einer Gemeindevertretersitzung im vergangenen Jahr mit. Die Betreiberfirma soll in Altwigshagen angemeldet werden, was der Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen bringen könnte (der Nordkurier berichtete). Für die weitere Planung der Solarparks haben die Gemeindevertreter in Altwigshagen einstimmig ihr grünes Licht gegeben.

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