Der Sowjetische Ehrenfriedhof in Altwarp weist sichtbare Schäden auf.
Der Sowjetische Ehrenfriedhof in Altwarp weist sichtbare Schäden auf. Christian Johner
Kriegsgräberstätte

Sowjetischer Friedhof in schlechtem Zustand

Risse an Gräbern, abplatzende Anstriche: Selbst die russische Botschaft hat den Zustand des Sowjetischen Ehrenfriedhofes in Altwarp am Stettiner Haff schon bemängelt.
Altwarp

Risse an den Grabumrandungen und an den Stelen sowie ein veralteter Grabanstrich – dass der Sowjetische Ehrenfriedhof in Altwarp eine Neugestaltung nötig hat, bleibt Besuchern nicht verborgen. Dass der Sowjetische Ehrenfriedhof so sanierungsbedürftig aussieht, ist auch nicht im Sinne der Gemeinde.

„Der Sowjetische Ehrenfriedhof ist wichtig und einmalig in der Region. Und er ist künstlerisch wertvoll“, sagt Altwarps Bürgermeisterin Inge Bocklage, die mit dem Zustand der Kriegsgräberstätte nicht zufrieden ist. Selbst eine russische Vertretung hat den Zustand des Ehrenfriedhofes bei einer Besichtigung bemängelt. „Die russische Botschaft ist sehr interessiert daran, dass der Ehrenfriedhof saniert wird“, sagt die Bau- und Ordnungsamtsleiterin des Amtes Am Stettiner Haff, Kathleen Fleck.

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MV-Innenministerium könnte Sanierung fördern

Die Gemeinde Altwarp erhält zwar im Rahmen der Pflege der Anlage einen jährlichen Zuschuss vom Land für die Unterhaltung. Doch um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, reicht dieses Geld nie und nimmer aus. Dabei würde sich eine Sanierung der Kriegsgräberstätte nicht so einfach gestalten: Sowohl denkmalschutzrelevante Belange als auch Belange der russischen Vertretung müssen berücksichtigt werden.

„Auf das Historische muss man achten. Beispielsweise geht es um die Frage, wie die Farbgebung früher war“, sagt Inge Bocklage. Immerhin: Das Innenministerium würde bei einer Sanierung 100 Prozent der förderfähigen Kosten tragen. Wie hoch die Kosten insgesamt sein werden, ist noch unklar. „Das hängt auch davon ab, was der Restaurator sagt“, erklärt Kathleen Fleck.

Informationstafeln in vier Sprachen gewünscht

Im Rahmen der Erneuerung des Ehrenfriedhofes wünscht sich Inge Bocklage für die gut 70 Gemeinschaftsgräber eine witterungsbeständige Bepflanzung. Die gibt es bisher nämlich nicht. Auch eine Informationstafel zu der historischen Stätte soll entstehen. „Die Idee ist, dass die Informationen in vier Sprachen aufgeführt werden: in Deutsch, in Russisch, in Polnisch und in Englisch“, sagt Inge Bocklage.

Auch die Namen der ums Leben gekommenen Kriegsgefangenen würde die Bürgermeisterin gerne auflisten: „Wenn wir denn auch Namen haben“, so Inge Bocklage, die wie die anderen Mitglieder der Gemeindevertretung einem Grundsatzbeschluss für die Sanierung zugestimmt hat.

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