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Dieses Schild bei Zarowmühl macht Spaziergänger darauf aufmerksam, dass es hier durchaus zu einer Begegnung mit Wölfen kommen könnte. Martina Günter geht gern spazieren. Allein in den Wald wird sie sich nun allerdings nicht mehr trauen. Fotos (2): ZVG ZVG
Angst im Wald

▶ Spaziergängerin mit Hund wird von Wölfen verfolgt

Martina Günter liebt Waldspaziergänge mit ihrem Hund. Damit ist jetzt Schluss: Bei ihrem jüngsten Fußmarsch ist die Frau aus Zarowmühl bei Ueckermünde von mehreren Wölfen verfolgt worden.
Ueckermünde

Nein, als Angsthase würde sich Martina Günter aus Zarowmühl bei Ueckermünde wirklich nicht bezeichnen. Aber jetzt ist es soweit: Allein mit ihrem Hund in den Wald wird sich die taffe Frau ab sofort nicht mehr begeben. Was schade ist, denn: „Ich liebe lange Waldspaziergänge und bin oft stundenlang unterwegs“, sagt die Betreuungsfachkraft, die genau dort, im Wald bei Zarowmühl, eine unheimliche Begegnung hatte. Die Erinnerung daran treibt immer noch ihren Puls in die Höhe.

„An dem Tag hat der große Wald seine Unschuld für mich verloren“, sagt sie und meint das, was sie sagt, auch genauso. Denn bisher fühlte sie sich sicher auf den Wegen im Naherholungsgebiet, da, wo täglich auch andere mit ihren Hunden „Gassi“ gehen und Familien wandern.

Wölfe waren hinter Rotwild her

„Ich war mit Anton, meinem Hund, von Zarowmühl aus in Richtung Barenkuhl unterwegs, auf dem Sandreitweg“, erinnert sie sich. Kurz vor dem Abzweig Barenkuhl bog sie rechts in Richtung Mönkebude ab und verspürte plötzlich diese Unruhe im Wald. „So etwa 50 bis 70 Meter vor mir rannte Rotwild über den Weg – gejagt von fünf bis sechs Wölfen“, berichtet die Spaziergängerin, die ihren Augen zunächst gar nicht trauen wollte. Sofort seien einige Wölfe zurückgeeilt, hätten in ihre Richtung geschaut, seien näher gekommen und hätten Neugier zeigten.

„Mir wurde angst und bange“, sagt Martina Günter. „Ich habe dann die Hundeleine geschwungen und gebrüllt, bis die Wölfe zurückgewichen sind.“ Natürlich gingen der Hundebesitzerin sofort viele Dinge durch den Kopf. „Ich war viel zu weit weg von zuhause, konnte mich nirgends in Sicherheit bringen. Angst um meinen Hund hatte ich auch.“

So schnell wie möglich aus dem Wald raus

Die Wölfe wichen nach ihren Schreien zwar etwas zurück, aber blieben permanent in ihrer Nähe. „Ich habe dann zwar nur drei Wölfe gesehen, die zurückgekommen sind, aber wer weiß, vielleicht waren die anderen auch längst schon wieder in der Nähe und beobachteten mich“, sagt sie. Die Zarowmühlerin ging dann langsam in die entgegengesetzte Richtung. „Ich wollte so schnell wie möglich raus aus dem Wald, aber ich habe versucht, nicht zu rennen.“ Ein Blick zurück verriet ihr, dass die Wölfe hinterherkamen.

Irgendwann erreichte sie den Deich und begab sich strategisch von Hochstand zu Hochstand, auf die sie sich notfalls hätte in Sicherheit bringen können. „Ich mag Wölfe, und ich möchte keine Panik verbreiten, aber jeder sollte wissen, dass sie plötzlich auftauchen können“, mahnt Martina Günter.

Wolfsbeauftragter: Wolfssichtungen können gemeldet werden

Was tun, wenn einem so etwas widerfährt? Auf alle Fälle sollten Wolfssichtungen gemeldet werden. Was aber kein Muss ist, wie Torsten Dinse sagt, einer der Wolfsbeauftragten aus der Uecker-Randow-Region. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“, sagt er. Manche fürchten, dass nach solchen Meldungen – auch über Spuren oder Risse an Nutztieren – Mehrarbeit auf ihn oder sie zukommt. Auf alle Fälle könnten solche Meldungen helfen, mehr über Wölfe, ihre Zahl und anderes zu gewinnen. „Wobei sich nicht jede Sichtung als Wolfssichtung entpuppt“, sagt Dinse. Bei gerissenen Nutztieren seien nicht nur Wölfe am Werk und machten sich über so ein Beutetier her, sondern zum Teil auch Hunde.

Mehr lesen: Einwohner melden einen Wolf im Ort

Wer mehr Informationen möchte oder seine Beobachtungen an Fachleute weitergeben will, der kann sich auf der Internetseite www.wolf-mv.de fachkundig machen.

Nach ihrem Erlebnissen appelliert Martina Gunter an alle, die ebenfalls Wölfe beobachtet haben, dies unbedingt zu melden. Schon, um mögliche gefährliche Waldgebiete genau benennen und damit die Gefahr für Spaziergänger minimieren zu können. Jede Meldung ist wichtig, denn Torsten Dinse beispielsweise hatte von dem Vorfall bei Zarowmühl noch keine Kenntnis.

Jetzt ansehen: ▶ Plötzlich stand ein Wolf vor dem Fenster

In der Region gibt es mehrere Rudel und auch einzelne Wölfe.
In Vogelsang-Warsin stand dieser Wolf im letzten Jahr mitten im Garten:

[Video]

 

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