Fall Leonie
Spender haben Geld offenbar zurück

Der grausame Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow hat die Menschen erschüttert. Viele haben das Bedürfnis zu helfen – auch mit Geldspenden.
Der grausame Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow hat die Menschen erschüttert. Viele haben das Bedürfnis zu helfen – auch mit Geldspenden.
Nordkurier-Archiv

Bei Facebook hieß sie „Offizielle Spendenseite für Leonie”, doch dahinter steckte ein 28-jähriger Niedersachse, auf dessen privates Paypal-Konto die Beträge eingingen. Nachdem das Konto eingefroren war, ist das Geld nun wohl wieder bei den Spendern.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges gegen den angeblichen Spendensammler Ronny L. dauern nach Informationen der Polizeiinspektion Lüneburg weiter an. „Es gibt keine neuen Sachstände“, heißt es von einem Polizeisprecher in Lüneburg auf Nachfrage.

Neues gibt es aber von der Facebook-Seite „Offizielle Spendenseite für Leonie“. Das Geld des privaten Paypal-Kontos von Ronny L. ist offenbar wieder zurück bei den Spendern. „Schaut mal bitte bei euch im Paypal-Konto nach, jeder müsste nun sein Geld wiederbekommen haben“, schreibt Ronny L. in einem Beitrag am Mittwoch. „Ich habe am Mittwoch eine Mail von Paypal bekommen, dass das Geld zurückerstattet wird. Mir fällt eine riesige Last vom Herzen“, sagt Ronny L. gegenüber dem Nordkurier. Der 28-Jährige wollte nach eigenen Angaben Spenden für die kleine Leonie sammeln, die im Januar nach Misshandlungen in Torgelow starb. Doch im Laufe der Aktion hatte laut Ronny L. Paypal das Konto eingefroren.

Der 28-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt

Ob das Geld tatsächlich zurück bei den Spendern ist, darüber wollte PayPal keine Angaben machen. „Paypal ist eine in Luxemburg lizenzierte Bank und unterliegt damit dem Bankgeheimnis. Aus diesem Grund sowie aus Gründen des Datenschutzes dürfen wir keine Auskunft zu einzelnen Konten und Konteninhabern geben“, so eine Paypal-Sprecherin. Die Kommentare unter dem Facebook-Eintrag lassen tatsächlich darauf schließen, dass das Geld bei den Spendern angekommen ist.

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Die Sammelaktion von Ronny L. hatte vor knapp einer Woche für Diskussionen gesorgt. Der Administrator der Facebook-Seite hatte diese als offizielle Spendenseite tituliert, dabei ist sie eigentlich privat angelegt. Nach Recherchen des Nordkurier ist Ronny L., der aus MV stammt und in Lüneburg wohnt, bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Dies wollte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Darüber hinaus hatte Ronny L. in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite einen Fake-Namen angegeben.