Gesperrte Straße nach Aschersleben

Sperrung ist für Ältere ein Riesen-Ärgernis

Die kürzeste Verbindung zwischen Ferdinandshof und dem Ortsteil Aschersleben ist seit einigen Tagen nicht mehr passierbar, ärgern sich Bewohner des kleinen Ortes. Der Landkreis als Bauherr sagt, dass die Straßensanierung rechtzeitig und ausführlich angekündigt war.
Vor einigen Tagen haben die Sanierungsarbeiten an der Verbindungsstraße zwischen Aschersleben und Ferdinandshof begonnen
Vor einigen Tagen haben die Sanierungsarbeiten an der Verbindungsstraße zwischen Aschersleben und Ferdinandshof begonnen. Die Ascherslebener beklagen sich, dass es nun sehr mühevoll sei, nach Ferdinandshof zum Arzt oder zum Einkaufen zu kommen. Lutz Storbeck
Auch die Zufahrten zu den Umleitungen sind zeitweise gesperrt, beklagen die Ascherslebener. Vor allem für die Ältere
Auch die Zufahrten zu den Umleitungen sind zeitweise gesperrt, beklagen die Ascherslebener. Vor allem für die Älteren sei dies ein kaum zu bewältigendes Hindernis, die meisten von ihnen verfügen nicht über ein eigenes Auto, mit dem längere Umwege besser zu bewältigen wären. Lutz Storbeck
Aschersleben

Wer derzeit von Aschersleben aus nach Ferdinandshof möchte oder umgekehrt, der hat schlechte Karten. Die Straße ist dicht. Wegen Sanierungsarbeiten an der maroden Straße ist der Weg seit einigen Tagen voll gesperrt. Eine Katastrophe, wie Angelika Janz findet. Die Ascherslebenerin muss zweimal in der Woche nach Ferdinandshof. „Zum Arzt oder zum Einkaufen“, sagt sie. Als Radfahrerin hat sie bislang eben diese Straße genutzt. Das geht nun nicht mehr. Es ist einfach kein Durchkommen, sagt sie. Und wenn sie nach Ferdinandshof will, dann muss sie einen unangemessen langen Weg mit dem Fahrrad nehmen, und das gehe nicht. Sie ist krank und es wäre für sie eine große Anstrengung, den riesigen Umweg zu bewältigen, sagt Angelika Janz.

„Abgehängt und ungerecht behandelt“

Was auch für andere Menschen im Ferdinandshofer Ortsteil gilt. Die meisten der etwa 80 Einwohner sind im höheren Lebensalter. Nicht jeder hat ein Auto, und so wird seit einigen Tagen der Weg in den Hauptort Ferdinandshof zur schier unüberwindlichen Hürde. Das sieht jedenfalls auch Inga Broderek so. Und es gehe, sagt sie, ja nicht nur um die Einwohner. „Was ist, wenn Rettungswagen, Polizei, Feuerwehr durch müssen?“, fragt sie. Aus der Sicht der Ascherslebenerin ist dies kein Zustand. Zumal, sagt Inga Broderek, es zuvor keine Informationen darüber gegeben habe, welche Folgen die Straßensanierung haben würde. „Es stand zwar mal etwas dazu im Nordkurier, aber das war schon vor zwei, drei Monaten“, ergänzt Angelika Janz. Das haben die meisten Einwohner des Ortes inzwischen schon wieder vergessen, es sei einfach zu lange her.

Auch Wurfsendungen, mit denen über die Bauarbeiten und die Umstände informiert wird, vermissen die beiden Ascherslebenerinnen. „Und es muss doch klare Regelungen geben, wie die Leute, die kein Auto haben, nach Ferdinandshof kommen“, findet Angelika Janz. Die gibt es aber ihrer Meinung nach nicht, und so fühlten sich die Ascherslebener „abgehängt und ungerecht behandelt.“

Landkreis verweist auf Ankündigung im Amtsblatt

Davon könne keine Rede sein, sagt Achim Froitzheim, Pressesprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Der Kreis hat die Straßensanierung in Auftrag gegeben. „Wir bauen eine schlechte Kreisstraße aus – seit dem 21. Juli. Das tun wir, wie immer, mit Sorgfalt und Freude über die bewilligten Mittel. Zahlreiche Hindernisse sind bereits überwunden, bis der Bau beginnen kann. Zwischen der B 109 und Aschersleben ist für die Baumaßnahmen eine Vollsperrung notwendig. Sie ist ausgeschildert, hergerichtet und wird während der Bauzeit ständig unterhalten. Dieser Weg über Bevernteich/Blumenthal ist zwar auch kein vorbildlicher, aber die einzige mögliche Umleitung“, so der Pressesprecher.

Der Baubetrieb sei bemüht, einen zumutbaren Zustand sicherzustellen. Eine Veröffentlichung über die Baumaßnahme sei sehr wohl im Amtsblatt erfolgt, das am 22. und 23. Juli an die Haushalte verteilt wurde, sagt Achim Froitzheim.

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