Training
Hunde auf Sprengstoff-Suche im Ueckermünder Tierpark

Die Dingos schauen hinter dem Maschendraht zu, was im Vordergrund passiert. Spürhund „Greif“ und Schutzhundeführer Polizeihauptmeister Andreas Melech suchen am Weg Sprengstoff.  
Die Dingos schauen hinter dem Maschendraht zu, was im Vordergrund passiert. Spürhund „Greif“ und Schutzhundeführer Polizeihauptmeister Andreas Melech suchen am Weg Sprengstoff.
Rainer Marten

Damit die Diensthundeführer der Bundespolizei und ihre Hund in Form bleiben, werden sie regelmäßig geschult. Und das an Orten mit besonderen Düften und sehr viel Ablenkungspotenzial wie im Ueckermünder Tierpark.

Mit einem Satz springt „Greif“ aus dem Polizeitransporter und eilt zielstrebig zu einem der Bäume. Er hebt ein Bein: Mein Revier! Andreas Melech gibt lange Leine. Er kennt dieses Ritual. Sekunden später ist der Hund wieder „am Mann“.

Polizeihauptwachmeister Andreas Melech ist seit gut 20 Jahren Diensthundeführer der Bundespolizeiinspektion Pasewalk . „Greif“ ist ein fünfjähriger Malinois-Rüde, der nach seiner Ausbildung zum Schutzhund eine Zusatzausbildung zum Sprengstoffhund absolviert hat. Malinois, eine Variante des Belgischen Schäferhundes, sind temperamentvoll und gelehrig, sie folgen konzentriert und fleißig den Kommandos ihres Hundeführers.

An diesem Morgen springt nicht nur „Greif“ aus einem der Dienstwagen. „Lotta“, „Whisky“ und „Buddy“ folgen. Es handelt sich um Dienst- oder Probehunde verschiedener Rassen aus Flensburg. Schleswig-Holstein gehört wie Mecklenburg-Vorpommern zum Direktionsbereich Bad Bramstedt. Mit ihren Nasen tief am Boden nehmen die Tiere Witterung auf. Der Ort ist ungewöhnlich. Er steckt voller unbekannter Gerüche. Denn in Ueckermündes Tierpark tummeln sich Löwen, Mandrille, Dingos, Affen.

Es war Original-Sprengstoff deponiert

Genau diesen Ort haben sich die Hundeführer ausgesucht, um ihre vierbeinigen Spezialisten auf aktuellem Stand der Ausbildung zu halten. Die Schutzhunde sind zugleich ausgebildete oder in der Ausbildung befindliche Sprengstoffspürhunde. „Grundsätzlich werden alle Diensthunde der Bundespolizei zuerst Schutzhunde. Mit einer Zusatzqualifikation werden sie zum Sprengstoffspürhund“, erläuterte Pressesprecherin Manina Puck.

Um die Sprengstoffspürhunde-Teams auf aktuellem Stand der Ausbildung zu halten, werden diese zusätzlich zur monatlichen Fortbildung im Schutzhundebereich auch beim Aufspüren von Sprengstoff fortgebildet. Ueckermündes Tierpark ist dabei ein Ort mit besonderen Düften und sehr viel Ablenkungspotenzial. Ideal, um die Tiere zu testen. Diensthundelehrwart Polizeihauptkommissar Jörg Tews hatte unter anderem in der Futterküche der Mandrille und direkt am Freilauf der Dingos Originalsprengstoffpakete mit einem Gewicht zwischen 250 und 480 Gramm deponiert.

„Die Hunde reagieren natürlich auf weitaus geringere Menge, die auch in der Pyrotechnik, Munition oder in Selbstlaboraten enthalten sind“, sagte er. Befinden sich die Moleküle in der Luft, dann sind sie auch in der Nase der Hunde. Die Hunde brauchen anschließend nur wenig Zeit, um unter Anleitung ihrer Hundeführer die gefährlichen Stoffe zu finden.

In Echtzeit werden die Diensthunde laut Dienstplan des Hundeführers eingesetzt, sagt Manina Puck. Schon ihre Anwesenheit sorgt in vielen Fällen dafür, dass die Flucht- und Gewaltbereitschaft Verdächtiger herabgesetzt wird.