Gerhard Konstantin findet den Brief, den er in seinen Stadtvertreter-Unterlagen fand, gar nicht witzig.
Gerhard Konstantin findet den Brief, den er in seinen Stadtvertreter-Unterlagen fand, gar nicht witzig. NK-Archiv
Torgelow

Stadtvertreter empört über Brief der Zeugen Jehovas

Gar nicht zum Lachen zumute war Torgelows Stadtvertreter Gerhard Konstantin, als er wenige Tage vor der jüngsten Sitzung einen Brief öffnete.
Torgelow

Der Torgelower Stadtvertreter Gerhard Konstantin (Linke) ist schon lange im kommunalpolitischen Geschäft dabei. Was ihm jedoch wenige Tage vor der jüngsten Sitzung widerfuhr, hat Konstantin zumindest in dieser Form noch nie erlebt. Der Kommunalpolitiker erhielt per Post die Unterlagen für die letzte Stadtvertretersitzung im Jahr 2020. Außer den Sitzungsunterlagen erhielt er aber auch einen Brief, der ihm sauer aufstieß, aber dessen Absender nicht die Stadtverwaltung war. „Ich war erst einmal erbost“, sagte Konstantin.

Eine Religionsgemeinschaft hatte dem Stadtvertreter geschrieben, konkret: die Zeugen Jehovas. Offenbar setzt die religiöse Bewegung, die sich kirchlich organisiert, in Corona-Zeiten eher auf Briefe als darauf, von Haustür zu Haustür zu gehen. „Der Inhalt des Briefes war sehr anstößig“, sagte Konstantin und bezeichnete die Aktion als „Einflussnahme auf die Stadtvertreter“.

Nicht der einzige Adressat

Gerhard Konstantin war nicht der einzige Torgelower Stadtvertreter, der so ein Schreiben erhielt, wie sich dann während der Sitzung herausstellte. „Das ist eine bundesweite Aktion der Zeugen Jehovas, um ihren Glauben über die kommunalen Vertreter zu verbreiten“, sagte Konstantin und fügte hinzu: „Ich toleriere den Glauben wie jeden anderen Glauben auch, aber ich habe etwas dagegen, wenn man über Briefe Werbung für eine Glaubensrichtung bei den Stadtvertretern macht. Der Brief hat nichts mit Kommunalpolitik zu tun. So etwas geht gar nicht.“

Konstantin weiß, dass die Stadtverwaltung keine Schuld trifft: „Als der Brief weitergeleitet wurde, wusste die Verwaltung ja nicht, was da drin steht.“ Bei der Stadtvertretersitzung machte Gerhard Konstantin seinem Ärger dennoch ein wenig Luft. Den Zeugen Jehovas hat Konstantin aber nicht seine Meinung gesagt. Er denkt, dass er damit besser fährt. „Ich habe darauf nicht reagiert, weil es sie nur in ihrer Aktion bestätigt.“

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