Mit dem „Marsch des Lebens“ haben etwa 50 Frauen und Männer an die jüdischen Opfer des Nationalsozialism
Mit dem „Marsch des Lebens“ haben etwa 50 Frauen und Männer an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Ueckermünde erinnert. Lutz Storbeck
Holocaust-Gedenktag

Stiller Umzug erinnert am Haff an jüdische Opfer

Beim „Marsch des Lebens”, der an Ueclermünder Opfer des Holocaust erinnerte, stellte eine Wissenschaftlerin die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit „Krankenmorde in Ueckermünde“ vor.
Ueckermünde

Etwa 50 Teilnehmer haben sich am Donnerstagnachmittag am sogenannten „Marsch des Lebens“ durch die Ueckermünder Innenstadt beteiligt. Am Gedenktag für die Opfer des Holocaust wurde an die jüdischen Bürger Ueckermündes (Landkreis Vorpommern-Greifswald) erinnert, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. Der Marsch führte unter anderem zu jenen Stolpersteinen, die an diese Menschen in Ueckermünde erinnern und deutlich machen, dass sich Geschichte nicht abstrakt, sondern konkret in Ueckermünde am Haff abgespielt hat.

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Halt am früheren Standort der Synagoge

Innegehalten haben die Teilnehmer auch dort, wo einst die Ueckermünder Synagoge in der Töpferstraße gestanden hatte. Per Videobotschaft hat im Ueckermünder Schlosshof Shlomo Ruschin, ein Nachfahre von ermordeten Ueckermünder Juden, an die Schrecken erinnert, die seine Familie während des Holocausts erlebt hatte, an Deportation und Ermordung.

Antisemitismus entgegentreten

Stadtpräsident Robert Kriewitz und Bürgermeister Jürgen Kliewe mahnten, dass Antisemitismus und Rassismus, die auch gegenwärtig in unterschiedlichen Formen zu registrieren sind, entschieden entgegengetreten werden muss. Medizinwissenschaftlerin Kathleen Haack stellte kurz ihre Arbeit über „Krankenmorde in Ueckermünde“ vor. Wie die Forschungen ergeben haben, sind während des Nationalsozialismus in Ueckermünde etwa 3600 psychisch Kranke ermordet worden.

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