TIERISCHES COMEBACK

Storch Strolch will wieder verwöhnt werden

Alle Jahre wieder nisten Störche auf dem Betonmast hoch über dem Garten einer Familie in Ferdinandshof. So auch dieses Jahr. Doch ein Tier fehlt.
Simone Weirauch Simone Weirauch
Strolch ist wieder da. Er stolziert wieder regelmäßig durch den Garten der Familie Gotthardt in Ferdinandshof.
Strolch ist wieder da. Er stolziert wieder regelmäßig durch den Garten der Familie Gotthardt in Ferdinandshof. Hannelore Gotthardt
So führten sich Strolch und seine „Lady“ im vergangenen Jahr auf, wenn es Fischreste zu futtern gab.
So führten sich Strolch und seine „Lady“ im vergangenen Jahr auf, wenn es Fischreste zu futtern gab. Simone Weirauch
Ferdinandshof.

Strolch ist wieder da. Diesen Namen haben Hannelore und Hans Gotthardt einem frechen Storch verpasst. Im heißen und trockenen Sommer 2018, als es ringsherum in den Wiesen kaum noch Nahrung für die großen Vögel gab und fünf Jungstörche im Nest in Gefahr waren, haben die Gotthardts dafür gesorgt, dass die Storchenfamilie mit ausreichend Futter für so viel Nachwuchs versorgt wird.

Im weitläufigen Garten am Rand von Ferdinandshof befindet sich seit 1998 einer der wenigen kontinuierlich besetzten Storchenhorste in der Gegend um Ferdinandshof. 2008 ist der morsche Holzmast gegen einen Betonmast ausgewechselt worden.

Fütterung zwei Mal am Tag

Hannelore Gotthardt führt Buch über den Storchennachwuchs und hat schon vier dicke Fotoalben angelegt. Bisher sind 58 Störche in zwölf Metern Höhe über ihrem Garten herangewachsen und flügge geworden. Darunter auch die fünf Jungvögel aus dem Trockenjahr 2018. Das war nur mit Hilfe der Gotthardts möglich.

In Abstimmung mit Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf fütterten die Ferdinandshofer zwei Mal am Tag zu. Auf der Speisekarte standen Fisch, den die Neuendorfer Fischer spendierten, und der Aufbruch von Rotwild, den zwei Jäger vorbeibrachten.

Jung-Störche essen noch keine Mäuse

Auf die vorzügliche Beköstigung hat Strolch wohl auch in diesem Jahr spekuliert. Gleich nach seiner Ankunft stand er im Garten und wollte verwöhnt werden. In diesem Jahr hat er allerdings nicht seine Lady mitgebracht. „Die junge Störchin, die zwei Tage später eintraf, ist auf keinen Fall Lady, sie verhält sich völlig scheu“, sagt Hannelore Gotthardt. Es mussten erst sechs Wochen vergehen, bis sie sich in den Garten traute. Gotthardts vermuten zwei Jungstörche im Nest.

Mit Fangresten von den Neuendorfer Fischern füttern sie auch in diesem Jahr zu. „Die Wiese ist immer noch sehr trocken, wir hatten hier in Ferdinandshof keine nennenswerten Niederschläge“, sagt Hans Gotthardt. Nur Mäuse gebe es zur Genüge, aber die würden für die jungen Störche noch nicht auf dem Nahrungsplan stehen.

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