NATURSCHÜTZER FASSUNGSLOS

Storchenfeind vergrault Adebar mit Drahtgestell

Überall sind Störche herzlich willkommene Gäste. Fast überall, denn ein Hausbesitzer in Vorpommern sagt: „Hier ist kein Platz für ihn!” Jetzt blüht ihm Ärger.
Holger Schacht Holger Schacht
Hier steht der Storch auf dem Baum, den er als Nest benutzen wollte. Der Besitzer hatte durch Drähte das Einnisten des Vogels oder der Vögel verhindert. Gut möglich, dass der Storch inzwischen die Flatter gemacht hat. In Luckow gibt‘s bereits zwei Storchennester.
Hier steht der Storch auf dem Baum, den er als Nest benutzen wollte. Der Besitzer hatte durch Drähte das Einnisten des Vogels oder der Vögel verhindert. Gut möglich, dass der Storch inzwischen die Flatter gemacht hat. In Luckow gibt‘s bereits zwei Storchennester. ZVG
Luckow.

Anwohner schütteln den Kopf, Naturschützer sind fassungslos: Ein Grundstücksbesitzer verdrahtete seine Linde im Vorgarten mit einem Metallnetz und fünf Pflöcken. Darin ist ein Band gezogen, das aussieht, als würde es bei Berührung Stromstöße versetzen. Überall sonst in Vorpommern sind brütende Störche herzlich willkommene Gäste. Nicht aber an dem Haus in Luckow. Jens Krüger, der Vereinschef des Storchenhofs Papendorf, ist entsetzt über den Vorgang: „Letztes Jahr gab es in ganz Mecklenburg-Vorpommern nur noch 659 besetzte Storchennester. Im Jahr 2004 waren die Störche noch mit 1142 Paaren vertreten. Die Vögel mit Draht zu vertreiben, ist verantwortungslos.“ Krüger schaltete sofort die Untere Naturschutzbehörde ein. Gegenüber dem Nordkurier begründete der Grundstücksbesitzer sein Vorgehen so: „Ich habe einen neuen Zaun gekauft, der mehrere tausend Euro gekostet hat. Außerdem ist meine Hausfassade weiß und mit einem Bild bemalt. Der Storch würde nur Dreck machen. Hier ist kein Platz für ihn.“

Die Experten sind fassungslos: „So etwas haben wir noch nie gesehen”

Mit diesen Aussagen wird er bei den zuständigen Beamten nicht durchkommen. Christian Breithaupt, bei der Unteren Naturschutzbehörde zuständig für Artenschutz: „Störche sind eine streng geschützte Vogelart, deren Fortpflanzung unterstützt wird. Solche Handlungen wie in Luckow sind verboten. Der Baumbesitzer wird die Vorrichtung wieder abbauen müssen.“ Breithaupt steht noch am Anfang der Ermittlungen: „Es muss geklärt werden, ob es sich um ein Storchenpaar handelt und ob schon ein Nest gebaut worden ist, in dem gebrütet werden sollte. Es ist selten, dass Störche auf Bäume gehen.“ Harald Janzen, in der Behörde zuständig für den Baumschutz, betont: „Wenn sich der Storch im Draht verfängt, liegt bereits eine Straftat vor.“ Breithaupt, Janzen und Storch-Experte Krüger sagen unisono: „Eine solche Vorrichtung gegen eine geschützte Vogelart haben wir noch nicht gesehen.“

Auch die Nilgänse machen den Störchen zu schaffen

Auch Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, muss 20 Jahre zurückdenken, um sich an ähnliche Vorfälle zu erinnern: „Damals sind Schlagfallen gegen Habichte und Bussarde gelegt worden.“

Nur noch 56 Storchenpaare sind im Jahr 2018 im Bereich Uecker-Randow gezählt worden. Kreissprecher Froitzheim: „Durch heiße Sommer können Störche ihre Brut kaum mit Nahrung wie Regenwürmer oder Frösche versorgen. Deshalb haben wir so wenige Störche.“ Hinzu kommen die Nilgänse. Die aggressiven Vögel brüten zur gleichen Zeit wie die Störche und machen ihnen mancherorts die Nester streitig.

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Kommentare (5)

...zur Ausgrenzungswut in den neuen Ländern. Umweltschutz ist sch***egal, Hauptsache die Fassade bleibt blütenweiß. Traurig.

Als Kinder sind meine Brüder und ich kilometerweit gegangen, um ein Storchennest mit Störchen betrachten zu können. Als Erwachsener fahre ich nun wenige Kilometer, um mir einen derartig charakterlich verkommenen Tier-Feind aus der Nähe ansehen zu können, der es wagt, einer geschützten Tierart das Nest zu verschließen. In Luckow wird man mir gerne erklären, wo es diese Negativ-Attraktion zu besichtigen gibt.
Man sollte diesem Tier-Feind die Haustür mit Stacheldraht vernageln ! Es bleibt zu hoffen, dass dieses Subjekt härter bestraft werden wird als der Jäger, welcher am Jeep das Rehwild angebunden und über die Chaussee geschleift hat.

machen Dreck. Aber sie bringen auch Glück! Auf der gekappten Linde wäre der Storch nicht froh geworden. So schnell wie die wächst...

Liebe Naturschützer,
ich finde es auch doof,was der Mann da macht. Aber werden die Nilgänse auch bestraft ?

Ich zitiere:...... Der Grundsitzbesitzer hatte die Verdrahtung am Sonntag verteidigt: „Ich habe einen neuen Zaun gekauft, der mehrere Tausend Euro gekostet hat. Außerdem ist meine Hausfassade weiß und mit einem Bild bemalt. Der Storch würde nur Dreck machen.“......Zitat Ende: Was für einen Dreck hinterlässt ein Storch..... Storchenkot...Würmer....Froschleichen... Der Grundsitzbesitzer und seine Frau sollten sich mal eher was anderes fragen! Welchen Dreck hinterlassen Menschen in der Natur, an denen die Störche sterben. Alte Autoreifen, Autobatterien, Hausmüll oder auch Drahtschlingen, Batterien, Schrott....etc. Sicherlich ist es schön, wenn man sein Grundbesitz schick macht, aber man sollte dabei auch nicht die Umwelt und den Naturschutz außer Acht lassen! Es werden Wespennester oder Schwalbennester oder auch Nistplätze für Fledermäuse zerstört und entfernt. Ganz zu schweigen von den Behausungen von Wildbienen oder Hornissen. Und wenn man dann noch von Jemanden gesagt bekommt, man brauche das Viehzeug nicht, dann frage ich mich echt, wo beginnt der Wahnsinn und wo hört der Verstand auf.