Winterdienst in Torgelow

:

Streusalz bei Frühlingswetter?

Hier zeigt Hübner mit dem Schuh auf die Salzkörner. Fotos: Holger Schacht
Hier zeigt Hübner mit dem Schuh auf die Salzkörner.
Holger Schacht

Es ist kein verspäteter Aprilscherz. Bei strahlendem Sonnenschein streute der Winterdienst in Torgelow in dieser Woche Salz auf die trockenen Straßen.

Wie jeden Morgen holte Rentner Walter Hübner (67) gegen 7.10 Uhr seine Zeitung aus dem Briefkasten, als er glaubte, seinen Augen nicht trauen zu können: Durch die Torgelower Spartakussiedlung fuhr mit eingeschalteter Rundumleuchte der Winterdienst-Unimog der Stadt, streute Salz. Hübner: „Meine Ehefrau Sonja stand am Küchenfenster, hat es ebenfalls gesehen. Von Schnee keine Spur.“ Fast sommerliche Temperaturen von 21 Grad sind am Montag in Torgelow erreicht worden, deshalb dürfte die Streu-Aktion für Lacher sorgen – und für Kopfschütteln. Hübner hält es sogar für möglich, dass das Salz illegal entsorgt werden sollte. Zumindest aber, dass sich da jemand einen Spaß erlaubt.

Stadtsprecher Ulrich Blume stellt klar: „Zunächst möchte ich im Namen der Stadt um Entschuldigung bitten. Hier ist ein Malheur passiert.“ Der langjährige Fahrer des Unimog gehe bald in Rente und weise daher seinen Nachfolger ein. Der Neue habe am Steuer gesessen, sein älterer Kollege auf dem Beifahrersitz. Blume: „Vor der Übung ist übersehen worden, dass noch Streusalz an Bord war.“

Das Winterdienst-Training sei Anfang der Woche durchgeführt worden, weil das Fahrzeug jetzt für den Sommerdienst umgerüstet werde. So werde beispielsweise der Schneeschieber abmontiert. Blume: „Für die Entsorgung hat der Bauhof eine Entsalzungsanlage. Salz ist teuer.“ Im Handel kosten 1000 Kilo mindestens 125 Euro.