Betriebsrat gibt sich kämpferisch

Tarifvertrag in der Gießerei Ueckermünde gekündigt

In der Gießerei Ueckermünde wird zurückgebaut. Deswegen müssen einige Arbeiter gehen. Andere sollen ab kommendem Jahr nicht mehr unter Tarif arbeiten.
Die Ueckermünder Gießerei will künftig weniger produzieren.
Die Ueckermünder Gießerei will künftig weniger produzieren. K. Möller
Ueckermünde

Die neue Geschäftsführung in der Ueckermünder Gießerei hat den Tarifvertrag für die MAT-Mitarbeiter zum Jahresende gekündigt. Das teilte Betriebsrat Jürgen Bolduan mit. Zu Stammbelegschaft der Gießerei, die zum Unternehmen MAT Foundries Europe gehört, zählen 388 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen laut Bolduan 550 Leute, viele davon als Zeitarbeitnehmer und mit Werksverträgen.

Die Gießerei will die größte der drei Gießmaschinen demontieren und die Produktion von derzeit 54.000 Tonnen auf 45.000 Tonnen zurückfahren. „Eigentlich sollte die Produktionserweiterung und der Einsatz der dritten Gießereimaschine die Zukunft des Unternehmens hier in Ueckermünde sichern, aber dieser Plan aus dem Jahr 2015 ist nicht aufgegangen”, sagte Jürgen Bolduan. Darum werde jetzt zurückgebaut. Damit verbunden seien Entlassungen, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt.

Kündigungen unabhängig vom Ärger um Lärm und Staub

„Aber die Kollegen haben sich das auf Grund der Tonnage, die wir produzieren, ausgerechnet”, sagte der Betriebsrat. Von 200 Kündigungen war die Rede, betroffen sein sollen Arbeiter mit Zeitverträgen. Für die Stammbelegschaft gelte noch bis Ende 2019 ein Tarifvertrag und Kündigungsschutz. „Wenn der Vertrag jedoch ab 2020 nicht mehr gelten soll, dann werden wir uns wehren”, schlägt Jürgen Bolduan kämpferische Töne an.

Der Ärger um Lärm, Staub und Geruchsbelästigung durch die Gießerei habe mit den Veränderungen in der Produktion nichts zu tun. „Das ist ein weiteres Problem, mit dem wir uns beschäftigen müssen”, so der Betriebsrat.

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