Droht Anschluss-Abschaltung?

Telekom verschreckt Kunden mit Serienbrief

Telekom-Kunden sind verunsichert wegen eines Briefes des Telekom-Partnershops in Ueckermünde. Aus Torgelow droht dem Absender jetzt auch noch Ärger aus dem Rathaus.
Holger Schacht Holger Schacht
Der Telekom-Partnershop in der Ueckermünder Ueckerstraße gehört zu einer Firmengruppe, die als Lizenz-Unternehmen auch Telekom-Shops in Bergen auf Rügen, Anklam und Greiswald betreibt.
Der Telekom-Partnershop in der Ueckermünder Ueckerstraße gehört zu einer Firmengruppe, die als Lizenz-Unternehmen auch Telekom-Shops in Bergen auf Rügen, Anklam und Greiswald betreibt. Holger Schacht
2
SMS
Ueckermünde.

Für Aufregung, Irritationen und Ärger sorgt in Torgelow ein Schreiben der Telekom. Versehen sind die Serienbriefe, die an viele Haushalte gingen, mit dem Wappen der Stadt Torgelow und der eindringlichen Überschrift „Letzte Erinnerung“. Dann heißt es: „Die Deutsche Telekom GmbH stellt bis 31.12.2018 alle Anschlüsse auf die neue IP-Technologie um. Alte Anschlüsse werden zum Ende des Jahres abgeschaltet. Damit Sie wie gewohnt erreichbar bleiben und Ihre Telefon-, Fax-, Alarmanlagen und auch Ihr Internetzugang weiterhin funktionieren, ist jetzt Ihr Handeln notwendig.“ Absender des Papiers ist der Telekom-Shop in der Altstadt Ueckermündes, der bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen würde.

Bei Ina Stegemann vom Telekom-Shop in Torgelow steht nach Versendung der Briefe das Telefon nicht mehr still, verschreckte Kunden laufen ihr die Bude ein: „Alle sind in Angst, dass sie im neuen Jahr nicht mehr telefonieren können. Es kommen sogar Leute, die gar keinen Vertrag mit der Telekom haben.“ Die Telekom-Beraterin beruhigt: „Alle Kunden, die noch von der Umstellung von analoger auf digitaler Technik betroffen sind, werden persönlich von der Telekom angeschrieben, um einen Termin mit einem Telekom-Techniker zu vereinbaren. Die Abstellung erfolgt auch nicht zum Ende des Jahres, sondern erst am 19. Februar 2019.“

Wappen soll Brief von Werbung abheben

In Auftrag gegeben hatte die Serienbriefe, die auch in Eggesin und Ueckermünde verteilt wurden, Mathias Zielonka, Geschäftsführer des Telekom-Shops Ueckermünde. Der ist Teil einer Firmen-Gruppe. Zielonka betreibt weitere Telekom-Shops in Bergen auf Rügen, Anklam und Greifswald. Sie stehen in Konkurrenz zur Gruppe, zu der auch der Telekom-Shop in Torgelow gehört. Alles Lizenz-Unternehmen, die Partner der Deutschen Telekom GmbH sind, aber auf eigene Rechnung arbeiten. In der Branche ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich die Telekom-Partnershop-Wettbewerber sich gegenseitig keine Kunden abjagen sollen. Zielonka sieht das offenbar anders: „Der Serienbrief ist eine reine Kundeninformation. Die alte Plattform endet.“

Ärger bekommt Mathias Zielonka in jedem Fall von der Stadt Torgelow. Am Kopf des Schreibens wurde Torgelows Stadtwappen reinkopiert. Wohl, um ihm einen amtlichen Anstrich zu verleihen. Torgelows Stadtsprecher Uli Blume: „Die illegale Nutzung des Stadtwappens widerspricht der Hauptsatzung der Stadt Torgelow, denn die Nutzung des Stadtwappens ist genehmigungspflichtig.“ Von einer Strafanzeige sieht die Stadt Torgelow bisher ab, wird sich mit Zielonka aber schriftlich in Verbindung setzen. Das Reinkopieren des Torgelower Stadtwappens in der Brief begründet Mathias Zielonka so: „Ich sehe es als Symbol, wollte nicht, dass die Briefe wie Werbung einfach weggeschmissen werden.“

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet