STRAßENVERKEHR

Todeskurve bei Gumnitz soll entschärft werden

Immer wieder kam es zu schweren Unfällen auf der L 32, Höhe Gumnitz. Mit einer Leitplanke sollen die Autofahrer jetzt besser geschützt werden.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Schon mehrfach hat es in den vergangenen Jahren in dieser Kurve zwischen Torgelow und Eggesin gekracht. Jetzt soll eine Leitplanke her.
Schon mehrfach hat es in den vergangenen Jahren in dieser Kurve zwischen Torgelow und Eggesin gekracht. Jetzt soll eine Leitplanke her. Fabian Beyer
Torgelow.

Nachdem eine 30-jährige Autofahrerin aus Torgelow im September bei einem schweren Verkehrsunfall auf Höhe Gumnitz ums Leben gekommen war, entbrannte auf Facebook eine hitzige Diskussion. Muss zwischen Torgelow und Eggesin eine Leitplanke installiert werden, um die Kurve zu entschärfen? Geht es nach dem Straßenbauamt Neustrelitz, das für die Landstraße 32 verantwortlich ist, lautet die Antwort: Ja.

Das Amt allein könne diese Entscheidung aber nicht treffen, sagt Hans-Joachim Conrad, Dezernent für den Betrieb und Verkehr im Straßenbauamt Neustrelitz, auf Nordkurier-Anfrage. Erst eine Unfallkommission – bestehend aus Vertretern des Landkreises, des Straßenbauamtes und der Polizei –hat das letzte Wort. Und die soll Ende dieses, spätestens aber Anfang des nächsten Jahres zusammenkommen, wie Peter Weirauch, Amtsleiter im Straßenverkehrsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald und gleichzeitig Vorsitzender der Unfallkommission, mitteilt. „Ich gehe davon aus, dass eine Leitplanke gebaut wird“, erklärt er.

Bei Nässe sind nur 80 Stundenkilometer erlaubt

Zwischen dem 21. und dem 28. Oktober führte das Straßenbauamt eine verdeckte Messung in der Kurve durch. „85 Prozent aller Fahrer sind knapp unter 80 Kilometer pro Stunde gefahren“, sagt Conrad. An der Stelle sind bei Nässe 80 Stundenkilometer erlaubt, bei optimalen Verhältnissen 100. Die Mehrheit hat sich also an die Vorgaben gehalten. Allerdings gibt es dem Straßenbauamt zufolge auch leider zwei Spitzenreiter, die mit 115 und sogar mit 125 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen seien. Conrad schlussfolgert, dass die Stelle mit Tempo 80 gut zu fahren sei.

Warum soll an dieser Kurve dennoch eine Leitplanke aufgebaut werden? Diese wird erst in Erwägung gezogen, wenn von einer „Häufungsstelle“, also einem Unfallschwerpunkt, die Rede ist. Einen Toten sowie jeweils zwei schwer- und leichtverletzte Personen gab es auf Höhe Gumnitz zwischen 2016 und 2018, informiert die Polizei. In der Unfallkommission wird unter anderem ausgewertet, wie die Unfälle zustande gekommen sind. Außerdem schaut sich das Gremium die Kurve noch einmal vor Ort an und entscheidet über entsprechende Maßnahmen. Auch ein Tempolimit kann Unfallkommissions-Chef Weirauch nicht ausschließen.

Der Polizei zufolge ist die im September verunglückte Frau aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit und der vorherrschenden Witterungsverhältnisse nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Anschließend drehte sich das Auto und krachte mit der Fahrerseite gegen einen Baum. Dabei wurde die 30-Jährige in dem Wagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie erlag ihren schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

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Kommentare (1)

e Beispiele aus dem Justizalltag. Der NK will demzufolge die Rechte Betroffener, vor Pauschalierungen geschützt zu werden, nicht eingeschränkt sehen.
Mit der Veröffentlichung einer Fotografie, die einen PKW zeigt, werden die Persönlichkeitsrechte verletzt, indem der NK es unterläßt, die Kennzeichentafel zu verpixeln. Wird mit zweierlei Maß bei Persönlichkeitsrechten gemessen ? [Haben wir gepixelt. Vielen Dank für den Hinweis. Die Red.]

Wenn wir in Deutschland Leitplanken in jede Kurve stellen wollen, die von einigen Unvernünftigen mit unangemessener Geschwindigkeit befahren wird und die damit ihre Unfähigkeit zur Einschätzung der Straßen- und Witterungsverhältnisse und ihre mangelnde Kenntnis der Naturgesetze zur Fahrphysik offenbaren, fahren wir bald nur noch in leitplankengesäumten Straßen. In vielen Fällen ist aber die Flucht in den Randstreifen oder Straßengraben die bessere Alternative zum Frontalzusammenstoß.