SCHWIERIGER ZUGANG ZU BEHINDERTEN-WC

Toilettenstreit in der Eggesiner Blaubeerscheune ist geklärt

Ein Zoff um den Zustand des Behinderten-WC in der Eggesiner Blaubeerscheune wurde rasch und freundlich aus der Welt geräumt und endete mit einer Kaffeerunde.
Harald und Simone Viestenz (von links) haben mit GWW-Abteilungsleiter Jörg Kubiak in der Blaubeerscheune das WC-Problem k
Harald und Simone Viestenz (von links) haben mit GWW-Abteilungsleiter Jörg Kubiak in der Blaubeerscheune das WC-Problem klären können. Lutz Storbeck
Eggesin.

Der Wortwechsel war kurz und heftig und ließ wohl an Deutlichkeit auch nichts zu wünschen übrig – sagt Harald Viestenz. Im Rückblick, da ist er selbstkritisch, habe er da wohl überreagiert. Aber was wolle er machen? Die Sache habe ihn sehr aufgeregt, und damit meint er einen Besuch in der Eggesiner Blaubeerscheine.

Dorthin waren die Mitglieder der Torgelower Selbsthilfegruppe (SHG) Schlaganfall eingeladen. Um endlich, nach coronabedingtem monatelangen Warten, ihr erstes Gruppentreffen abzuhalten. Viel hatte sich an Themen und Fragen aufgestaut, und ihren Jahresplan wollten die Frauen und Männer der SHG besprechen. Alles in Ordnung soweit.

Behindertentoilette oder Abstellkammer?

Bis zu dem Moment, als Simone Viestenz, seit acht Jahren nach einem Schlaganfall beeinträchtigt, die Toilette aufsuchen musste. Das sollte eigentlich kein Problem sein, dachte Harald Viestenz. Immerhin wird die Blaubeerscheune seit etwa zwei Jahren von der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten gGmbH betrieben. Ein Unternehmen, das mit und für Menschen mit Behinderung agiert. Eine Behindertentoilette sollte es also auch in der Blaubeerscheune geben.

Gibt es auch. Allerdings wirkte die an jenem Tag eher wie eine unsortierte Abstellkammer, schildert Harald Viestenz. Der Zugang zur Toilette sei nur mit Mühe, aber eigentlich gar nicht möglich gewesen. Das hat Familie Viestenz dermaßen verärgert, dass zunächst der heftige Wortwechsel zwischen Harald Viestenz und einem Mitarbeiter der Blaubeerscheune folgte, dann der vorzeitige Aufbruch des Ehepaares und später ein Beschwerdebrief an die GWW.

Einladung zum Kaffee angenommen

Dieser Brief blieb nicht unbeantwortet. Prompt hat Jörg Kubiak, der für die Blaubeerscheune Verantwortliche bei der GWW, geantwortet. Er entschuldigte sich für den Zustand der Toilette an besagtem Tag. Das sei mit den Kollegen ausgewertet, die Toilette in Ordnung gebracht worden, versicherte Kubiak. Davon könne sich Familie Viestenz selbst überzeugen, schrieb der GWW-Abteilungsleiter und lud die beiden zum Kaffeetrinken ein.

Familie Viestenz hat die Einladung angenommen, und außer Kaffee gab es da auch ein Gespräch mit Jörg Kubiak. Eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen. Harald Viestenz bedauerte, dass er vielleicht überreagiert habe. Warum, das sagte er Jörg Kubiak auch, und berichtete über Erfahrungen, die er und Ehefrau Simone in den vergangenen Jahren beim Besuch öffentlicher Einrichtungen gesammelt haben – da gab es gut und weniger gute. Kubiak bedauerte noch einmal, dass es wegen der nicht aufgeräumten Toilette solche Probleme für die Besucher gegeben hat. Er hoffe, dass das Ehepaar dennoch gern wieder in die Blaubeerscheune komme. Ganz sicher, sagte Harald Viestenz, denn eigentlich schätze er die Einrichtung, in der Besucher sich gut betreut fühlen können.

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