Zur Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages haben gestern die Stadt Torgelow und das Jägerbataillon 413 auf den
Zur Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages haben gestern die Stadt Torgelow und das Jägerbataillon 413 auf den Gemeindefriedhof in der Jatznicker Straße eingeladen. Lutz Storbeck
Zum Volkstrauertag

Torgelower gedenken der Kriegsopfer

Stadtpräsidentin Heike Runge und Militärseelsorger Bernhard Riedel halten Gedenkreden an den Gräbern von Kriegstoten aus drei Nationen.
Torgelow

Wie an anderen Orten der Uecker-Randow-Region ist gestern in Torgelow anlässlich des Volkstrauertages eine Gedenkstunde abgehalten worden. Zu dem stillen Gedenken auf der Kriegsgräberanlage hatten die Stadt Torgelow und das Jägerbataillon 413 eingeladen. Der Platz auf dem Gemeindefriedhaf in der Jatznicker Straße hätte besser nicht gewählt sein können, denn auf diesem Gelände haben deutsche, russische und polnische Soldaten, die im 2. Weltkrieg gefallen waren, ihre letzten Ruhestätten gefunden. 28 Namen deutscher Soldaten sind auf kleine Steinplatten zu lesen, auf etwa 20 Tafeln steht „Unbekannt“.

Opfer vor Vergessen bewahren

An diese Toten erinnerte Torgelow Stadtpräsidentin Heike Runge, aber auch daran, dass Frieden ein hohes Gut ist und nicht selbstverständlich, wie die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, im Kaukasus und in Afrika deutlich machen. Diese Auseinandersetzungen betreffen nicht nur Soldaten, sondern auch Frauen, Männer und Kinder. Wie groß das Elend ist, sei daran zu erkennen, dass auch aktuell Flüchtlingsströme unterwegs sind. Auch an die verfolgten und ermordeten Juden und Angehörige ethnischer Minderheiten erinnerte die Stadtpräsidentin. Aufgabe sei es, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft vor dem Vergessen zu bewahren.

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Pfarrer Bernhard Riedel, seit September als Militärseelsorger im Bereich Drögeheide, Torgelow, Viereck und Utzedel bei Demmin tätig, berichtete von einer Veranstaltung auf dem Friedhof im polnischen Stare Czarnowo am Sonnabend. Auf dieser Kriegräberstätte sind bislang etwa 24000 Särge von Kriegstoten beigesetzt. Der Pfarrer erzählte von einem Mann, den er dort getroffen hat. Der besucht jedes Jahr das gab seines Vaters, den er nie kennengelernt hat. Ein Beispiel für das, was Krieg anrichtet. Zum Abschluss der Veranstaltung legten Soldaten vom Jägerbataillon 413 gemeinsam mit der Stadtpräsidentin Gebinde nieder.

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