PROZESS NACH PISTOLEN-ANGRIFF

Torgelower gesteht zweite Schuss-Attacke

Am dritten Prozesstag legt Alexander B. (24) aus Torgelow vor dem Landgericht Neubrandenburg ein zweites Geständnis ab. Er hat auch auf einen weiteren Mann geschossen – und auch verletzt.
Rechtsanwalt Dietmar Kernchen (links) mit seinem Mandanten Alexander B. vor der Schwurgerichtskammer des Neubrandenburger Landgerichts.
Rechtsanwalt Dietmar Kernchen (links) mit seinem Mandanten Alexander B. vor der Schwurgerichtskammer des Neubrandenburger Landgerichts. Felix Gadewolz
Torgelow ·

Im Prozess um zwei Schussattacken in Torgelow zeigt sich Täter Alexander B. (24) auch im Fall des als „versuchten Totschlag“ angeklagten Überfalls geständig. „Ich habe in der Nacht zum 16. Juni 2019 mit der Gasdruckpistole auf den Mann aus der Wohnung geschossen“, sagte er jetzt vor dem Landgericht Neubrandenburg.

Hintergrund sei ein Streit um 180 Euro gewesen, die er dem Opfer (30) wegen Drogen geschuldet habe. „Ich hatte bisher gehofft, so davonzukommen“, erklärte der Angeklagte nach Beratung mit seinem Anwalt Dietmar Kernchen sein bisheriges Leugnen. Die Staatsanwaltschaft wirft Alexander B. neben „versuchten Totschlag“ auch gefährliche Körperverletzung vor.

Stahlkugeln treffen das Opfer am Körper – und am rechten Auge

Das erste Opfer wurde von Stahlkugeln am Körper und am rechten Auge getroffen. Der Mann habe sein Geld via Handy zurückgefordert und gedroht, sagte der Angeklagte über sein Motiv. „Ich habe ihm nachts eigentlich nur einen Schrecken einjagen wollen, und nicht gedacht, dass das so gefährlich ist“, beteuerte Alexander B vor Gericht. Kurz vor der Tat hatte er bereits bei einer Feier auf Flaschen und Gläser geschossen, kam am dritten Verhandlungstag raus.

Auch bei einem zweiten Angriff wurde ein Opfer am Kopf getroffen

Zehn Tage später beim zweiten Angriff in Torgelow wurde Toni B. (21) von einer Kugel aus der Pistole an der Schläfe getroffen. Diese musste herausoperiert werden. Hier hatte der Angeklagte bereits gestanden, aus einem Auto heraus geschossen zu haben. „Ich habe ihn aber nicht treffen wollen. Die Kugel muss ein Querschläger gewesen sein“, beteuerte der Schütze.

Gegen ihn war bereits im Jahr 2017 ein Waffenverbot erlassen worden. Nach der zweiten Tat war gegen ihn Haftbefehl erlassen worden. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Am 13. März wird vermutlich das Urteil gesprochen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Torgelow

zur Homepage