100 JOBS IN GEFAHR

Mutterkonzern will Torgelower Polstermöbel endgültig schließen

Das ist ein harter Schlag für die Wirtschaft in der Haff-Region: Die Torgelower Polstermöbel stehen vor einer ungewissen Zukunft – und damit auch die mehr als 100 Beschäftigten. Der Mutterkonzern will den Standort schließen.
Die Torgelower Polstermöbel GmbH ist einer der größten Arbeitgeber in der Haff-Region.
Die Torgelower Polstermöbel GmbH ist einer der größten Arbeitgeber in der Haff-Region. Christian Johner
Torgelow ·

Die Torgelower Polstermöbel sind ein Traditionsunternehmen und aus der Stadt eigentlich nicht mehr wegzudenken, doch nun scheinen die Tage des Betriebes gezählt. Denn der Mutterkonzern – die Polipol-Gruppe – will den Produktionsstandort in Torgelow zum 30. September endgültig schließen. Das teilte Torgelows Bürgermeisterin Kerstin Pukallus am Donnerstag mit. „Für mich war die Nachricht ein Schock“, sagte Kerstin Pukallus, die in der vergangenen Woche von den Plänen der Firma Polipol erfahren hatte.

Personalkosten in Osteuropa sind günstiger

Die Torgelower Polstermöbel GmbH steht vor dem Aus und die Zukunft von immerhin mehr als 100 Beschäftigten damit auf der Kippe, denn so viele Frauen und Männer stehen bei der Polstermöbel-Firma zurzeit noch in Lohn und Brot. „In Kürze werden die Kündigungen herausgehen“, sagte Pukallus.

Die Schließung des Standortes in Torgelow hat wohl mehrere Gründe. Die Geschäftsführung der Polipol-Gruppe gibt unter anderem Überkapazitäten am Markt und im Unternehmen sowie auch die Altersstruktur der Belegschaft und den damit verbundenen Krankenstand als Gründe für die Schließung des Werkes an. Außerdem seien die Personalkosten an den Standorten in Polen, Rumänien und Weißrussland entscheidend günstiger. Auch die derzeitige Situation in Folge der Corona-Pandemie soll zu der Entscheidung geführt haben.

Brief an Wirtschaftministerium

Dass die Polipol-Gruppe ihre Entscheidung noch einmal überdenkt, scheint unwahrscheinlich. Doch Kerstin Pukallus und auch der Landtagsabgeordnete Patrick Dahlemann (SPD) wollen um die Zukunft der Belegschaft kämpfen. Zusammen haben sie sich mit einem Schreiben an das Schweriner Wirtschaftsministerium gewandt. Am Dienstag soll es ein Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft und der Politik geben, um darüber zu beraten, wie vielleicht doch noch ein Aus abgewendet werden kann. „Ziel muss es sein, dass weiterhin Polstermöbel in dieser herausragenden Qualität am Standort Torgelow produziert werden. Die Leute, die dort arbeiten, haben absolutes Knowhow“, so Dahlemann.

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Kommentare (1)

muss der Firmenleitung nicht erklären, das die Leute die dort arbeiten absolutes Knowhow haben. In der freien Wirtschaft muss kostendeckend gearbeitet werden und das geht immer dort am besten, wie im Artikel genannt, wo die Personalkosten am günstigsten sind und nicht dort wo die Politiker es gerne hätten. Die Politik sollte gleiche Rahmenbedingungen in der EU schaffen und nicht von einem Europa reden ,wenn zwischen den Mitgliedstaaten in allen Bereichen der Wirtschaft, wie Löhne und Gehälter, Mieten ,Lebenshaltungskosten enorme Unterschiede bestehen und das ist praktisch unmöglich. Denn selbst in Deutschland bestehen nach über 30 Jahren nach dem Mauerfall immer noch große Unterschiede in den einzelnen Bundesländern. Privatwirtschaft ist eben was anderes als Politik.