VEREIN LÖST SICH AUF

Torgelower Rassekaninchenzüchter geben auf

Züchter der Region stellten in Eggesin ihre besten Jungtiere aus. Angesichts der Situation des benachbarten Rasse-kaninchenzuchtvereins in Torgelow wurden die Tiere schon fast zur Nebensache.
Patrick Dahlemann eröffnete die Jungtierschau. Er stand im Anschluss für persönliche Gespräche bereit und
Patrick Dahlemann eröffnete die Jungtierschau. Er stand im Anschluss für persönliche Gespräche bereit und musste erfahren, dass viele Zuchtvereine der Region ohne Anlaufpunkt auskommen müssen. Katja Richter
Torgelow.

Auf ihr Vereinsheim können die Mitglieder des Eggesiner Rassekaninchenzuchtvereins richtig stolz sein. Das Gelände ist gepflegt, und das langgezogene Gebäude wird seit Jahren von den Mitgliedern – allen voran: Vorsitzender Heiko Winter und dessen Sohn Markus Winter – mit viel Kraft, Schweiß und Herzblut in Schuss gehalten.

Dass dies nicht selbstverständlich ist, wissen die Eggesiner Zuchtfreunde. Schließlich mussten sie zusehen, wie andere Zuchtvereine der Region in den vergangenen Jahren nicht nur ums Überleben und den Nachwuchs kämpften, sondern auch ohne Vereinsgebäude und damit ohne jegliche Ausstellungsmöglichkeiten auskommen müssen.

Das Dach kann jetzt erneuert werden

Deshalb laden die Eggesiner mehrmals im Jahr befreundete Vereine aus dem ganzen Land zu Zuchtschauen ein und erweisen sich sowohl in den Vorbereitungen der Veranstaltungen als auch in deren Durchführung als exzellente Gastgeber. So auch am Wochenende. Das lobte auch Vorpommerns Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) und bekräftigte: „Wir brauchen unsere Vereine, und unsere Vereine brauchen Anlaufpunkte.“

Der Politiker wisse um das ehrenamtliche Engagement der Eggesiner Mitglieder, wisse aber auch, dass eben nicht alles im Ehrenamt, in der Freizeit und mit eigenen Mitteln zu stemmen ist. Deshalb übergab er zur Eröffnung der Jungtierschau einen Förderbescheid in Höhe von 25.000 Euro für die Erneuerung des maroden Daches.

Kein Nachwuchs und kein Domizil

Wie schlimm es jedoch um den Rassekaninchenzuchtverein seiner Heimatstadt Torgelow bestellt ist, das musste Dahlemann im Anschluss in persönlichen Gesprächen erfahren.

„Bei uns gehen zum Jahresende die Lichter aus. Wir werden uns auflösen“, erklärte der dortige Vereinsvorsitzende und gleichzeitig Kreisvorsitzende Manfred Riedel. „Wir haben keinen Nachwuchs, keine Räumlichkeiten und schleppen uns von Jahr zu Jahr.“ Wer jetzt allerdings denkt, Riedel und seine Zuchtfreunde geben ihr Langohren-Hobby auf, der irrt, denn die Torgelower haben einen Plan. Sie wollen aus der Situation das Beste machen und bescheren damit den Eggesinern eine Freude, nämlich Vereinszuwachs. „Wir haben uns schon immer gut verstanden und werden uns deshalb den Eggesinern anschließen“, kündigte Riedel an.

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