POMMERNKOGGE UCRA

Torgelower Stadthalle ist jetzt Werkstatt für Koggencrew

Keinen Winterschlaf hat die Pommernkogge „Ucra“. Zwar ist völlig ungewiss, wann das Schiff in die neue Saison starten kann, doch die nötigen Wartungsarbeiten laufen derzeit – unter anderem am Tauwerk, an Maschine und an der Hydraulik.
Taue und Seile der Pommernkogge „Ucra“ sind in diesen Tagen in der Torgelower Stadthalle von der ehrenamtlichen Ko
Taue und Seile der Pommernkogge „Ucra“ sind in diesen Tagen in der Torgelower Stadthalle von der ehrenamtlichen Koggencrew für den Einsatz auf dem Traditionsschiff vorbereitet worden. Lutz Storbeck
Torgelow ·

Für den Traditionsschiffverein „Ucra – die Pommernkogge“ ist das vergangene Jahr trotz aller Widrigkeiten eines gewesen, das Mut gemacht hat. 51 Fahrten hat das Traditionsschiff bis zum Jahresende absolviert. Mit zahlenden Gästen unter anderem. Und diese Touren haben gezeigt, dass die von einer ehrenamtlichen Crew geführte Kogge sich rentabel betreiben lässt, sagt Vereinschef Lothar Hoffmann. Insofern könne man, was die Finanzlage der Kogge angeht, das Jahr 2021 durchaus mit ruhiger Gelassenheit angehen.

Allerdings sei das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Denn natürlich brauche so eine hölzerne Kogge auch Wartung, und das nicht zu knapp.

Halle kann sowieso nicht für Veranstaltungen genutzt werden

Das betrifft unter anderem die Leine und Taue. Die müssen nach einer gewissen Betriebszeit des Schiffes ausgetauscht werden. Eine Aufgabe, bei der viel Handarbeit nötig ist. Diese Arbeit erledigen die Crewmitglieder in der Winterzeit, und zwar in der Torgelower Stadthalle. „Die Halle kann derzeit nicht für Veranstaltungen genutzt werden, was sehr schade ist. Aber hier ist genug Platz, dass wir mit den entsprechenden Sicherheitsabständen arbeiten können“, sagt Hoffmann. In diesem Zusammenhang dankt er auch der Stadt Torgelow, speziell der Bürgermeisterin Kerstin Pukallus und dem städtischen Bauamt. Von der Stadt seien nicht nur Zuschüsse für die Kogge gekommen, sondern eben auch das Angebot, die Stadthalle nutzen zu können. Dort ist auch ausreichend Raum für Arbeiten am Segel. Das Segel, etwa 240 Quadratmeter groß, musste geflickt werden.

Schon zuvor hatten Fachleute aus Rostock die Wartung an der Maschine der Kogge vorgenommen. Nichts Dramatisches, ein ganz normaler Vorgang sei das gewesen, sagt der Vereinschef, und dazu gehörten Filterwechsel, auch das Öl sei getauscht worden. In der kommenden Woche sind dann Spezialisten einer Neubrandenburger Firma dran, die sich um die Hydraulik kümmern werden. „Auch das ist eine normale Wartung, und dabei geht es unter anderem um die Hydraulik am Ruder“, sagt Hoffmann.

Neue Rahe ist schon bestellt

Mit all diesen Arbeiten will die Koggencrew das Schiff in den Wintermonaten so weit fit machen, dass mit dem Saisonstart auch die ersten Törns beginnen können. Allerdings sei derzeit noch nicht ganz klar, wann das sein wird. „Ich denke, zu Ostern wird das wohl noch nichts werden“, so Hoffmann. Er und die Crew hoffen dennoch, dass entsprechende politische Entscheidungen nicht zu lange auf sich warten lassen.

Die Zwischenzeit wolle man nutzen. Unter anderem, um eine neue Rahe anzuschaffen. Die alte hölzerne Querstange sei zwar schon mehrfach ausgebessert worden, aber es ist abzusehen, dass ihre Tage gezählt sind. Darum ist das Holz für eine neue Rahe in Auftrag gegeben. „Der entsprechende Douglasienstamm muss etwa 17 Meter lang sein und gewisse Bedingungen erfüllen – und dann noch längere Zeit gewässert werden“, sagt Hoffmann, der aber optimistisch ist, dass es mit dem neuen Teil bis zum Jahresende klappt.

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