Unsere Themenseiten

:

Torgelower, verabschiedet euch von eurem Wald!

So ein Harvester der Landesforst schafft in zwei Schichten 100 Festmeter. Zwei dieser starken „Waldarbeiter“ sind jeden Tag im Einsatz.
So ein Harvester der Landesforst schafft in zwei Schichten 100 Festmeter. Zwei dieser starken „Waldarbeiter“ sind jeden Tag im Einsatz.
Simone Weirauch

In den nächsten Tagen werden auf weiteren 12,5 Hektar im Westen Torgelow die Kiefern gefällt. Ein Kahlschlag nach Plan. Denn hier soll sich einmal Industrie ansiedeln.

Die beiden Harvester der Landesforst machen einen Krach, der ist bis zur Straße zu hören. Dabei sind sie noch ein ganzes Stück entfernt vom Ascherslebener Weg. Aber nicht mehr lange, dann rücken die starken „Waldarbeiter“ in Sichtweite der Radfahrer und Spaziergänger. Die Torgelower sind gern am Stadtrand unterwegs, radeln oder gehen durch den Wald, oft auch mit dem Hund. Doch bald ist an dieser Stelle kein Wald mehr da, und der Blick fällt auf 25 Hektar Kahlschlag. Vielleicht noch zwei Wochen, wenn das Wetter so bleibt, sagt Reimund Ritzrow von der Landesforst in Torgelow. Vom Sitz der Forstverwaltung in der Anklamer Straße bis zum erweiterten Industriegebiet sind es nur wenige Schritte. „Der Wald linker Hand gehört uns nicht mehr, die Stadt Torgelow ist der Eigentümer“, sagt Reimund Ritzrow. Die Landesforst schlägt nur noch die Bäume und räumt die Kahlschlagfläche. Der Kleintierfriedhof der Stadt wird übrigens verlegt – neben den hinteren Parkplatz am Torgelower Friedhof.

Bis Ende Februar muss der gesamte Wald beräumt sein. Die Stadt Torgelow hat aus der Waldfläche ein Industriegebiet gemacht. Jedenfalls auf dem Papier. Ein großes Loch im Wald klafft ja schon seit einem Jahr. Auch eine Straße führt bereits durch das 12,5 Hektar große Areal. Noch einmal 12,5 Hektar Freifläche kommen jetzt dazu. Spätestens in zwei Wochen wird die Dimension der gesamten erweiterten Industriefläche hinter der Gießerei sichtbar. Ob und wann dort auch wirklich Industriebetriebe gebaut werden, das wiederum weiß noch niemand. Nicht nur der Forstmann hat da seine Zweifel.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die Erschließungsarbeiten im Osten Vorpommerns großzügig. Sie sollen bis Oktober 2014 abgeschlossen sein. Bisher ist bekannt, dass auf dem erweiterten Industriegebiet eine Biogasanlage entsteht. Für die abgeholzten Flächen muss die Stadt Torgelow auf insgesamt 78 Hektar anderenorts Wald aufforsten.