FORSTWIRTSCHAFT

Torgelower Wald durchlöchert wie ein Schweizer Käse

Achtung, Waldspaziergänger, nicht in die Grube fallen! Die Löcher im Torgelower Wald dienen der Forstwirtschaft.
So tief haben Bagger die Löcher in den Waldboden gebaggert. Dort untersuchen Spezialisten die Bodenbeschaffenheit.
So tief haben Bagger die Löcher in den Waldboden gebaggert. Dort untersuchen Spezialisten die Bodenbeschaffenheit. Simone Weirauch
Forstamtsleiter Thomas König kann aus Farbe und Beschaffenheit des Waldbodens die Geschichte des Waldes an dieser Stelle
Forstamtsleiter Thomas König kann aus Farbe und Beschaffenheit des Waldbodens die Geschichte des Waldes an dieser Stelle ablesen. Simone Weirauch
Die Ergebnisse werden in Karten eingetragen.
Die Ergebnisse werden in Karten eingetragen. Simone Weirauch
Torgelow.

Die seltsamen Löcher und Gruben in den Wäldern um Torgelow sind noch offen. Darauf wies jetzt Forstamtsleiter Thomas König hin. Schon im Herbst hatten sich Pilzsammler darüber gewundert. Wer in diesen Frühlingstagen durch den Wald spaziert, sollte darauf achten: Über ein Grundraster von etwa 100 mal 100 Meter sind in dem 1300 Hektar großen Revier Löcher verteilt, die bis zu zwei Meter tief in den Waldboden reichen.

Dort wird der Boden untersucht

Ein spezialisierter Dienstleister untersucht dort im Auftrag des Forstamtes die Bodenbeschaffenheit und wertet sie aus. Mit den Ergebnissen der Analyse kann ganz konkret beschrieben werden, wie dieser Standort forstwirtschaftlich zu bewerten ist. Die Ergebnisse aus der Bodenanalyse und weiteren Untersuchungen des Umfelds werden dann in eine Karte eingetragen, mit der jeder Forstwirt arbeiten kann, erläutert Thomas König. „Für uns ist es wichtig zu wissen: Welche Bäume fühlen sich an welcher Stelle wohl?“, sagt Thomas König. Der Waldumbau bedeute nämlich nicht, statt Kiefer nun überall Laubbäume zu pflanzen. Erstaunlicherweise sei in den vergangenen Jahren ausgerechnet die Kiefer mit den extremen Schwankungen bei den Niederschlagsmengen am besten zurecht gekommen. „Die aktuellen Standortuntersuchungen sind präziser als die Ende der 50er-Jahre, auf denen unsere jetzigen Karten beruhen“, sagt der Forstamtsleiter.

Bis Jahresende soll die Hälfe der Gruben wieder dicht sein

Fast überall in Deutschland sind die Karten schon auf neuestem wissenschaftlichen Stand. Das Forstamt Torgelow sei einer der wenigen „weißen Flecke“, die es noch gibt. Zwei Reviere sind bereits neu kartiert, das dritte ist fast abgeschlossen. Wann genau die Löcher wieder verschlossen werden, kann Thomas König nicht sagen. Noch seien die Untersuchungen im Revier nicht beendet. Er rechne aber damit, dass etwa die Hälfte der Gruben bis zum Jahresende wieder zu ist. Die Bodenbeschaffenheitsanalyse im gesamten Forstamtsbereich, zu dem sieben Reviere gehören, wird sich über mehrere Jahre hinziehen.

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