Der Unfall ereignete sich laut Auskunft des Unternehmens beim Ausformen eines 50 Tonnen schweren Sandkerns. Dieser wurde per Schwerlastkran in der Halle bewegt und brach in sich zusammen. Die Personen, die gerade dabei waren den Kern zu justieren, wurden dabei verschüttet.
Der Unfall ereignete sich laut Auskunft des Unternehmens beim Ausformen eines 50 Tonnen schweren Sandkerns. Dieser wurde per Schwerlastkran in der Halle bewegt und brach in sich zusammen. Die Personen, die gerade dabei waren den Kern zu justieren, wurden dabei verschüttet. Feuerwehr Torgelow
Zwei Arbeiter kamen bei dem Unfall ums Leben.
Zwei Arbeiter kamen bei dem Unfall ums Leben. Feuerwehr Torgelow
Ein dritter Arbeiter wurde schwer verletzt per Rettungshubschrauber ins Klinikum Greifswald gebracht.
Ein dritter Arbeiter wurde schwer verletzt per Rettungshubschrauber ins Klinikum Greifswald gebracht. Feuerwehr Torgelow
Am Dienstagabend wurden Rettungskräfte in eine Halle der Eisengießerei Torgelow gerufen.
Am Dienstagabend wurden Rettungskräfte in eine Halle der Eisengießerei Torgelow gerufen. Feuerwehr Torgelow
Die Eisengießerei Torgelow wurde erst Anfang 2022 von der Thüringer Silbitz Group GmbH übernommen. Die Firma mit mehr als 300 Beschäftigten gilt als wichtiger industrieller Arbeitgeber in Vorpommern.
Die Eisengießerei Torgelow wurde erst Anfang 2022 von der Thüringer Silbitz Group GmbH übernommen. Die Firma mit mehr als 300 Beschäftigten gilt als wichtiger industrieller Arbeitgeber in Vorpommern. Andy Bünning
Staatsanwalt setzt Gutachter ein

Tote bei Torgelower Gießereiunfall – Betrieb stellt Arbeit vorerst ein

In der Eisengießerei in Torgelow zerbricht eine tonnenschwere Gussform als sie am Kran hängt. Zwei Arbeiter sterben, ein Dritter wird verletzt. Experten sollen nun die Ursachen klären.
Torgelow

Bei einem Arbeitsunfall in der Eisengießerei in Torgelow sind zwei Männer getötet und ein weiterer Arbeiter schwer verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, ereignete sich der Unfall am Dienstagabend – während der Spätschicht – in einer Gießereihalle, in der tonnenschwere Formen für die großen Gussteile hergestellt werden. Die Kriminalpolizei habe die Halle vorerst als Tatort beschlagnahmt. Das Unternehmen hat die Arbeit vorerst eingestellt. Wie lange die Produktion in Torgelow ruht, stehe noch nicht fest. "Wir geben den Mitarbeitern alle Zeit, die sie brauchen", sagte eine Sprecherin der Firma der Deutschen Presse-Agentur.

Jetzt sollen Spezialisten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales den Unfallort untersuchen, um herauszufinden, ob unter anderem das vorgeschriebene Material verwendet und vorgegebene Abstände zu Lasten eingehalten wurden. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gutachter eingesetzt, der diese Erkenntnisse bewerten und die Ursache des Unglücks herausfinden soll.

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Die Eisengießerei, die Anfang 2022 von der Thüringer Silbitz Group GmbH übernommen wurde, gab mittlerweile eine offizielle Stellungnahme ab: „Wir sind schockiert und fassungslos, dass es zu diesem Unfall gekommen ist“, so Geschäftsführer Dr. Torsten Tiefel in einer ersten Reaktion. „Unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der beiden tödlich Verunglückten. Wir hoffen, dass unser verletzter Kollege möglichst bald wieder vollständig genesen wird.“

Zur Unfallursache kann laut Unternehmen noch keine Angabe gemacht werden. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Unfallursache schnellstmöglich zu ermitteln und die Umstände des Unglücks aufzuklären. Wir unterstützen die Behörden bei allen notwendigen Untersuchungen in vollem Umfang,“ so Tiefel weiter.

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Der Unfall ereignete sich laut Auskunft des Unternehmens beim Ausformen eines 50 Tonnen schweren Sandkerns. Dieser wurde per Schwerlastkran in der Halle bewegt und brach in sich zusammen. Die Personen, die gerade dabei waren den Kern zu justieren, wurden dabei verschüttet.

Ein 53 Jahre alter Arbeiter wurde von Bruchstücken getroffen und von einem Arzt sofort für tot erklärt. Ein 51-Jähriger wurde verschüttet und konnte erst etwa vier Stunden später tot geborgen werden. Der dritte Arbeiter erlitt eine Beinverletzung und kam schwer verletzt in eine Klinik nach Greifswald, schwebt aber laut Unternehmen nicht in Lebensgefahr.

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Die Freiwillige Feuerwehr Torgelow befand sich vor Ort im Einsatz, um die Toten und den Verletzten zu bergen. Die Geschehnisse haben den Torgelower Wehrchef und Einsatzleiter Lars Cornelius und seine Kameraden emotional sehr aufgewühlt, sodass unmittelbar nach dem Einsatz eine Nachbesprechung notwendig wurde. Bereits zuvor war nach Auskunft von Lars Cornelius der Kriseninterventionsdienst zur Unglücksstelle beordert worden. „Heute Abend werden wir das Geschehen noch einmal mit den Kameraden besprechen und falls notwendig, auch psychologische Betreuung anbieten”, sagte der Torgelower Wehrführer dem Nordkurier.

In der Gießerei werden seit Jahren sehr große und tonnenschwere Teile für Windkraftanlagen hergestellt, darunter Rotornaben und Getriebegehäuse. Die Firma mit mehr als 300 Beschäftigten gilt als wichtiger industrieller Arbeitgeber in Vorpommern, war unter anderem infolge der Corona-Pandemie 2020 in Turbulenzen geraten und Anfang 2022 von der Thüringer Silbitz Group GmbH übernommen worden.

Auch Patrick Dahlemann, Chef der Schweriner Staatskanzlei sowie Mitglied der Torgelower Stadtvertretung, sprach in den sozialen Medien sein Beileid aus.

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