Gottesdienst geplant
Trauerstunde in Torgelow für getötete Leonie

Nach dem gewaltsamen Tod des Kindes ist der tatverdächtige Stiefvater weiter auf der Flucht.
Nach dem gewaltsamen Tod des Kindes ist der tatverdächtige Stiefvater weiter auf der Flucht.
Bernd Wüstneck

Das Mädchen soll laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einer Misshandlung durch den Stiefvater ums Leben gekommen sein. Der Mann ist weiter auf der Flucht.

Im Gedenken an das in Torgelow getötete sechsjährige Mädchen veranstalten die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde am kommenden Dienstag eine Trauerstunde. „Wir wollen jedermann die Gelegenheit geben, seine Gedanken und Empfindungen zu dem Geschehen in Worte zu fassen”, sagte Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos) am Donnerstag.

Bei der Trauerstunde in der Christuskirche, die um 18 Uhr in Form eines Gottesdiensts abgehalten werde, sollen der evangelische Pastor in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und die Bürgermeisterin reden. Die Kirche befindet sich nur wenige Meter von dem Haus entfernt, in dem die Sechsjährige am Samstag ums Leben kam.

„Die Anteilnahme in der Stadt ist enorm”, sagte Pukallus. Es sei unfassbar, dass ein Kind unter diesen Begleitumständen habe sterben müssen. Die 55-Jährige wandte sich in dem Zusammenhang auch gegen Hasskommentare in sozialen Medien: „Polemik hilft keinem weiter.” Angesichts von Drohungen gegen den tatverdächtigen, flüchtigen Stiefvater warnte auch eine Polizeisprecherin vor Selbstjustiz.

Das Mädchen soll laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einer Misshandlung durch den Lebensgefährten der Mutter ums Leben gekommen sein. Gegen den Stiefvater wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Der 27-Jährige war am Montag bei einer Vernehmung durch die Polizei aus dem Revier geflüchtet und wird seither gesucht.

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