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Ueckermünde entledigt sich seiner sozialen Wohnungen

Von den 830 Wohnungen der UWG in Ueckermündes Oststadt stehen 186 leer. Vor allem die oberen Etagen lassen sich immer schwerer vermieten.
Von den 830 Wohnungen der UWG in Ueckermündes Oststadt stehen 186 leer. Vor allem die oberen Etagen lassen sich immer schwerer vermieten.
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Während landesweit auf sozialen Wohnungsbau gesetzt wird, will Ueckermünde weiter abreißen. Denn in der vierten Etage einer Platte will keiner wohnen. Die Mieter müssen sich daher wohl auf die Einführung einer Vergleichsmiete einstellen.

Bitte nur bis zur dritten Etage! Wer in Ueckermünde in die Platte zieht, der will meistens nicht hoch hinaus. Und das ist keine Frage des Alters, auch jüngere Mieter bevorzugen die Wohnungen in den unteren Etagen. Mit einer durchschnittlichen Miete von 3,80 Euro, die die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Ueckermünde von ihren Mietern kassiert, lässt sich ein nachträglicher Fahrstuhl-Einbau an Vier- oder Fünfgeschossern nicht finanzieren – und so bleibt die UWG oft auf den Wohnungen mit Ausblick sitzen.

Aber nicht nur der nachträgliche Fahrstuhleinbau, sondern die gesamte Bewirtschaftung der rund 1200 UWG-Wohnungen ist mit einem solchen Mietpreis nicht mehr machbar. Darauf hat UWG-Geschäftsführer Norbert Raulin immer wieder hingewiesen. In den nächsten Jahren werden sich die Ueckermünder wohl auf die Einführung einer Vergleichsmiete einstellen müssen. Dann können in Lage, Größe und Ausstattung vergleichbare Wohnungen im Mietpreis angeglichen werden, auch für bestehende Mietverträge.

Plattenbauwohnungen in der Oststadt

Von einem Mangel an bezahlbaren Wohnungen könne in Ueckermünde derzeit keine Rede sein. 207 kommunale Wohnungen stehen zurzeit leer, die meisten sind Plattenbauwohnungen in der Oststadt. Drei Viertel der leer stehenden Wohnungen kosten weit unter fünf Euro Kaltmiete, teilte die UWG mit. Dennoch seien sie nach der neuen Richtlinie des Landkreises Vorpommern-Greifswald für Wohnscheinberechtigte immer noch zu teuer.

Die UWG setzt darum nicht auf sozialen Wohnungsbau im Seebad Ueckermünde, sondern nutzt die Förderprogramme des Landes, um Wohnungen abzureißen. Mecklenburg-Vorpommern stellt für den Rückbau von landesweit 1700 Wohnungen sechs Millionen Euro bereit. In Ueckermünde werden 54 Wohnungen in der Belliner Straße 86 bis 89 sowie 48 Wohnungen am Haffring 19 bis 19c abgerissen.