Erinnerungen

Ueckermünde war Drehort vieler DDR-Filme

Ueckermünde war Schauplatz einiger Filme fürs DDR-Fernsehen. Ein Einwohner erinnert an einige dieser Streifen mit Schauspielern, die auch nach der Wende noch populär waren.
Szenenfoto aus dem Film „Das Mädchen Störtebecker”, zu sehen sind auch Statisten aus Ueckermünde un
Szenenfoto aus dem Film „Das Mädchen Störtebecker”, zu sehen sind auch Statisten aus Ueckermünde und Umgebung. NK-Archiv
Die malerische Kulisse des Ueckermünder Stadthafens, als dort noch Fischerboote lagen , ist in mehreren Filmen zu sehen.
Die malerische Kulisse des Ueckermünder Stadthafens, als dort noch Fischerboote lagen , ist in mehreren Filmen zu sehen. NK-Archiv
Die bekannten DDR-Schauspieler Renate Reinecke und Günter Schubert in dem  Film „Soviel Wind und keine Segel”
Die bekannten DDR-Schauspieler Renate Reinecke und Günter Schubert in dem Film „Soviel Wind und keine Segel”. NK-Archiv
Das einstige Hotel „Astoria“ in Ueckermünde.
Das einstige Hotel „Astoria“ in Ueckermünde. NK-Archiv
Die einstige „Immer bereit“ und heutige „Greif von Ueckermünde“ war einer der Darsteller in mehre
Die einstige „Immer bereit“ und heutige „Greif von Ueckermünde“ war einer der Darsteller in mehreren DDR-Streifen. NK-Archiv
Szenenfoto aus „Der Regimentskommandeur”, der in und um Eggesin gedreht wurde.
Szenenfoto aus „Der Regimentskommandeur”, der in und um Eggesin gedreht wurde. NK-Archiv
Ueckermünde

Ueckermünde ist nicht nur eine Hafenstadt. Das Seebad kann sich durchaus auch rühmen, eine Filmstadt zu sein, sagt Kurt Berndt, der in Ueckermünde geboren wurde und heute wieder dort lebt.

Auf verschiedenen Kanälen lassen sich heute diverse Filme finden. Ganz neue Streifen, für deren Herstellung Millionen Dollar oder Euro verwendet wurden. Nicht ganz so üppig dürften die Budgets gewesen sein, die in DDR-Zeiten für Filme ausgegeben werden konnten. Dennoch sind das DEFA-Archiv und das des einstigen DDR-Fernsehens sehr gut gefüllt. Spielfilme, Krimis, Kinderfilme finden sich dort. Bekannte Schauspieler aus der DDR haben mitgewirkt. Und einige dieser Streifen sind sogar in oder bei Ueckermünde gedreht worden, weiß Kurt Berndt.

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Film über die NVA

Zum Beispiel der Film „Der Regimentskommandeur“. Der Streifen war erstmals im April 1972 im damaligen DDR-Fernsehen zu sehen. Thema war die NVA, die Nationale Volksarmee der DDR. Schon aus dem Grund dürfte der Streifen für jene interessant sein, die sich mit der Militärgeschichte der DDR befassen, aber auch für jene, die im Sand von Eggesin ihren Grundwehrdienst ableisten mussten. Gedreht wurde im damaligen Kreis Ueckermünde, der von den Wehrpflichtigen in den Einheiten in Spechtberg, Eggesin und Drögeheide und auch von anderen als „Waldmeer, Sandmeer, gar nichts mehr“ bezeichnet wurde.

Schauspieler in diesem Film waren unter anderem Günter Simon, Horst Grabbert, Jessy Rameik und Jürgen Heinrich. Gezeigt wird der Ueckermünder Hafen, sagt Kurt Berndt. In einer Szene geht der Kommandeur mit seiner Ehefrau am Alten Bollwerk spazieren. „Zwei Fischkutter kommen ins Bild – UEK 52 Wismar und der Kutter UEK 58 Saalfeld, das alte Versicherungsgebäude und die Häuser unterhalb vom Schloss“, sagt der Ueckermünder. Gedreht wurde auch am Ueckerkopf – die alte Mole und Leuchtfeuer waren zu sehen. Leider dauern diese Szenen nur etwa zehn Minuten.

Auch im Polizeiruf von 1973 zu sehen

Etwas mehr von Ueckermünde zu sehen ist in einer Folge der Serie „Polizeiruf 110“, die bekanntlich die Wende überstanden hat und noch heute fortgesetzt wird. „Gesichter im Zwielicht“ heißt die Episode, die 1973 gedreht wurde – in Ueckermünde, in Altwarp, am Haff und in Stralsund. Unter anderem haben in der Polizeiruf-Folge Regina Beyer, Horst Drinda und Peter Bause mitgewirkt, dazu das Kriminalisten-Team um Peter Borgelt.

Mit einem ganz anderen Thema hat sich der Film „Das Mädchen Störtebecker“ beschäftigt. 1979 wurde dieser Kinderfilm gedreht. Da geht es ums Segeln, und das Pionierschiff „Immer bereit“ spielt eine der Hauptrollen. Das 1960 in Berlin gebaute Schiff ist noch immer im Dienst: 1994 wurde es umgetauft und startet seitdem als „Greif von Ueckermünde“ zu Törns. Leider, sagt Kurt Berndt, ist in dem Film „nur eine Szene in Ueckermünde“ gedreht worden, beim Ablegen des Schiffes an der ehemaligen Touristenstation im Altarm der Uecker.

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Abenteuerserie fürs DDR-Fernsehen

Eine Mini-Abenteuerserie ist 1974 am Haff gedreht worden: „Die Abenteuer des Grafen Benovsky“. Außer dem umgebauten Fischkutter WOG 57, sagt Berndt, sind auch andere aus der Haffregion zu sehen. „Als Statisten wirkten die Fischer Harder, Sarnow, Klostermann und Neumann mit“, sagt der Ueckermünder. Es geht um das Schicksal eines jungen slowakischen Edelmanns am Hofe der Kaiserin Maria Theresia, der sich mit der Verwandtschaft um sein Erbe streiten und dabei etliche Abenteuer bestehen muss.

In Ueckermünde und in Finow entstand 1982 die Komödie „Soviel Wind und keine Segel“. „Die Segelszenen auf der Uecker und auf dem Haff wurden von vielen Einheimischen und Urlaubern begleitet“, erinnert sich Berndt. Die Szenen im Hafen fanden auf der Bootswerft von Hanni Klotz statt. Zudem seien viele Gebäude zu sehen, die es heute nicht mehr gibt: das einstige Hotel „Astoria“, die Stallungen von L. C. Schmidt, der Ackerhof und der alte Leuchtturm. „Als Statisten haben Uwe Juncker und Hanni Klotz mitgewirkt“, sagt Kurt Berndt.

Komödie um Hobbysegler der LPG

In der Komödie wird dargestellt, dass den Hobbyseglern einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) die finanzielle Hilfe für ihr sportliches Hobby versagt wird. Dann schaltet sich der zuständige Minister ein, Ende gut, alles gut ...

Bei dem Dreh mitgewirkt haben etliche damals und bei manchen auch noch heute gut bekannte DDR-Schauspieler, wie Renate Reinecke, Günter Schubert, Jürgen Zartmann, Fred Delmare, Heinz Behrens und Erik S. Klein. Kein Wunder, dass Kurt Berndt zu dem Schluss kommt: „Es lohnt sich schon, nach so vielen Jahren wieder einmal diese Filme anzusehen.“

Übrigens ist nicht nur die Stadt Ueckermünde ein Drehort in Vorpommern. In anderen Städten, Dörfern und Gegenden sind, auch in der jüngeren Vergangenheit, zum Teil aufwendige Produktionen entstanden. Wer sich darüber genauer informieren möchte, dem sei folgendes Buch empfohlen:

„Stilles Land und großes Kino“ ,
herausgegeben von Marco Voss
erschienen im Hinstorff Verlag

ISBN 978-3-356-01863-9

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Ueckermünde

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Kommentare (1)

Liebe Redaktion, das Buch ist bereits 2015 erschienen und seitdem füllt der NK immer mal wieder Seiten ohne dass es Neues zu berichten gibt. Auf diesen Lückenfüller werden regelmäßige Leser nur zu gern verzichten. Schließlich haben sie eine Tageszeitung aboniert und nicht ein Archivmagazin.

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