SPENDENKONTO

Ueckermünder Brandopfer bekommen dieses Jahr noch ihr Geld

Der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Ueckermünde sieht sich Anfeindungen wegen des von ihm eingerichteten Spendenkontos für die Brandopfer ausgesetzt. Jetzt kündigte er an: Das Geld wird noch in diesem Jahr ausgezahlt!
Holger Schacht Holger Schacht
So sah der Block mit dem zerstörten Dach am Tag nach dem Feuer aus. Inzwischen sind die Arbeiten für die Sanierung a
So sah der Block mit dem zerstörten Dach am Tag nach dem Feuer aus. Inzwischen sind die Arbeiten für die Sanierung angelaufen. Von den 40 Wohnungen müssen alle von der zweiten bis zur vierten Etage bis Ende der Woche geräumt sein. Christopher Niemann
Ueckermünde.

Die aufs Spendenkonto eingezahlten Gelder für die Brandopfer von Ueckermünde Ost werden noch in diesem Jahr an die Betroffenen ausgezahlt, heißt es bei der Wohnungsgenossenschaft Ueckermünde. Sie ist die Vermieterin des Wohnblocks in der Geschwister-Scholl-Straße und richtete das Konto ein. „Wir haben uns rechtlich beraten lassen und sind zur Lösung gekommen, dass sich die Höhe der Auszahlung nach der Wohnungsgröße richten wird“, hieß es von der Wohnungsgenossenschaft. Wer mehr Quadratmeter gemietet hatte, bekommt eine höhere Summe. Was Familien mit Kindern zugutekäme, aber Singles und Mieter mit größeren Schäden benachteiligt.

Wie hoch die Summe sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Es gehen weiter Spenden ein. Etwa durch den von SPD-Mann Carsten Seeger organisierten Soli-Basar im Haff-Center. Allerdings dürften die vom Spendenkonto zu erwartenden Gelder unter den Hoffnungen einiger Brandopfer liegen. Im Umfeld des Brandhauses heißt es: „Es gibt Opfer, die rechnen mit mehreren 1000 Euro.“

Üble Gerüchte in den sozialen Medien

Bisher haben sich nach Nordkurier-Informationen weniger als 4000 Euro auf dem Spendenkonto angesammelt, die sich auf 34 Mietparteien verteilen. Das war der Stand Ende vergangener Woche. Der Genossenschaftsvorstand: „Es gibt mehrere Spenden von privater Seite, die höchste Summe erhielten wir von der Torgelower Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft.“ Wann genau das Geld ausgezahlt wird, ist noch unklar. Ein günstiger und denkbarer Termin wäre in den Tagen vor dem Weihnachtsfest.

Mit der Auszahlungs-Ankündigung nimmt der Genossenschaftsvorstand Pöblern den Wind aus den Segeln, die in sozialen Medien miese Gerüchte verbreiten und Hass säen. Einer schrieb: „Nach meinen Informationen, die ich von Brandopfern habe, will die Wohnungsgenossenschaft das Spendengeld einbehalten und null Cent an die Opfer zahlen. Wenn es so sein sollte, hat die Wohnungsgenossenschaft eine gerichtliche Strafverfolgung wegen Betruges verdient.“

Vorstand ist fassungslos

Beim Genossenschaftsvorstand lösen Botschaften wie diese Fassungslosigkeit aus: „Es ist eine Frechheit, was sich manche erlauben. Wir tun, was wir mit vier Leuten machen können.“ Inzwischen behalten es sich die drei Vorstandsdamen vor, wegen Hass-Kommentaren Strafanzeigen zu stellen.

Das Feuer war am 13. Juli abends im Dachstuhl des Wohnblocks ausgebrochen. Nach der Untersuchung eines Brandursachenermittlers der Kriminalpolizei besteht der Verdacht einer schweren Brandstiftung. Jetzt soll der Wohnblock saniert werden. Frühestens in einem Jahr können die Mieter wieder einziehen. Über die Höhe des Schadens ist bisher nur spekuliert worden. Die Polizei schätzte ihn auf eine Million Euro. Später ist von zwei bis drei Millionen Euro die Rede gewesen. „Wir wissen noch nicht, wie hoch der Schaden wirklich ist“, so der Genossenschaftsvorstand.

 

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