RATHAUS NIMMT STELLUNG

Ueckermünder Bündnis-Chef erntet Empörung

In der Diskussion um eine angebliche Attacke auf einen Mitarbeiter der Stadt Ueckermünde legte der Chef von „Für-Ue.de“ in den sozialen Medien nach. Nicht nur deshalb übt die Stadt nun heftige Kritik.
Christian Johner Christian Johner
Mit offenbar verletzter Hand steht der Vorsitzende des Bündnisses „Für-Ue.de“, Martin Kühnl-Mossner, vor der Kamera. Dieses Video postete er im sozialen Netzwerk Facebook.
Mit offenbar verletzter Hand steht der Vorsitzende des Bündnisses „Für-Ue.de“, Martin Kühnl-Mossner, vor der Kamera. Dieses Video postete er im sozialen Netzwerk Facebook. Screenshot
Ueckermünde.

Von wegen „Friede, Freude, Eierkuchen“: Nach den Fraktionschefs hat sich nun auch die Stadt Ueckermünde zum angeblichen Angriff von Martin Kühnl-Mossner auf ihren Mitarbeiter André Krenzichhorst zu Wort gemeldet und lässt dabei kein gutes Haar an dem Vorsitzenden des Bündnisses „Für-Ue.de“. „Versuche des Herrn Kühnl-Mossner, diesen Vorgang zu verharmlosen beziehungsweise herunterzuspielen, laufen bei der Stadt Seebad Ueckermünde ins Leere. Solche Vorgänge sind keinesfalls zu tolerieren und dürfen auch in Zeiten des Wahlkampfes nicht prägend sein“, sagt Ueckermündes Vize-Bürgermeister Joachim Trikojat.

Die Stadt reagiert damit auf ein Video von Martin Kühnl-Mossner auf der Internet-Plattform Facebook. „Es geht um Sachthemen und es geht uns um Rechtsstaatlichkeit. Das ist eines der großen Themen, die wir haben. Es geht darum, dass unsere Plakate erneut höchstwahrscheinlich rechtswidrig abgenommen wurden“, sagt Kühnl-Mossner in dem Video. Auf eine konkrete Stellungnahme zur angeblichen Attacke wartet man vergeblich: „Es soll nicht mehr um solche Nebenschauplätze gehen.“ Dafür sieht man den Kandidaten für die Stadtvertretung in Ueckermünde in dem Video mit einem Gips am Handgelenk. Angeblich sei er bei dem Vorfall am Montag verletzt worden – von wem und wie genau dies passiert sein soll, ließ Kühnl-Mossner offen.

Strafanzeige wird nicht zurückgezogen

Dass Mitarbeiter der Stadt Kühnl-Mossner attackiert haben sollen, weist die Stadt zurück: „Solche Darstellungen und bewusste Falschmeldungen von Herrn Kühnl-Mossner zu diesem Vorgang werden von uns bereits im Ansatz verurteilt“, sagt Joachim Trikojat. Die Rathaus-Mitarbeiter würden kopfschüttelnd und empört auf die Aktionen des Bündnischefs reagieren, sagt Trikojat: „André Krenzichhorst behielt am Montag jegliche Form und Fassung und bewies in dieser Situation absolute Nervenstärke. Er konnte sich dem Griff des Herrn Kühnl-Mossner entziehen und reagierte deeskalierend.“ Weil André Krenzichhorst die Plakate am Montag nicht allein abnahm, gab es Zeugen, die die Polizei informiert haben. „Herr Kühnl-Mossner verließ den Tatort dann eilig“, sagt Joachim Trikojat.

Der Vize-Bürgermeister macht außerdem deutlich, dass die Anzeige gegen Kühnl-Mossner weiter Bestand hat. Offenbar hat Kühnl-Mossner versucht, André Krenzichhorst davon zu überzeugen, die Anzeige zurückzunehmen. „Das ständige Wiederholen des Wortes ‚Rechtsstaatlichkeit‘ findet seinen Widerspruch in den Handlungsweisen des Bündnischefs. Nachrangige Manipulationen laufen bei der Stadt Seebad Ueckermünde auch zum Schutz aller Verwaltungsmitarbeiter ins Leere. Wirkliche Rechtsstaatlichkeit wird das Ergebnis der Ermittlungen ergeben“, so Trikojat.

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Kommentare (1)

Nachdem ich mir das ganze Video samt Kommentaren auf Facebook angesehen habe, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Dem Herrn sind wohl einfach die Nerven durchgegangen - mit dieser simplen Erklärung und einer Entschuldigung hätte man die Kurve gekriegt. Stattdessen liefert er mit "ungeschickten" Äußerungen weiteres Futter für Konkurrenz und Presse. Ich erwarte von einem Vertreter der Bürger klare Worte gegen so ein Benehmen und Gewalt, den Teil hat er wohl "vergessen". Schlimmer noch, mit unwahren Behauptungen (Stichwort "aktiver Ringer") macht der Herr - der ja stets betont, über "Sachthemen" reden zu wollen - sich einfach nur nur lächerlich.