GREIFEN-GYMNASIUM

Ueckermünder Direktor verteidigt Klassenfahrt

22 Schüler und ihre Lehrer vom Greifen-Gymnasium Ueckermünde befinden sich nach einer Klassenfahrt in Quarantäne. War die Entscheidung zur Fahrt fahrlässig oder einfach nur unglücklich?
Der zweite Corona-Test für 22 Schüler und zwei Lehrer des Greifen-Gymnasiums Ueckermünde folgt am Donnerstag. D
Der zweite Corona-Test für 22 Schüler und zwei Lehrer des Greifen-Gymnasiums Ueckermünde folgt am Donnerstag. Direktor Dr. Markus Dittmann sieht die Situation gelassen. Christian Johner/NK-Archiv
Ueckermünde.

Eine Entscheidung des Robert-Koch-Instituts hat das Ueckermünder Greifen-Gymnasium auf den Kopf gestellt. Eine Klassenfahrt hatte Zehntklässler des Greifen-Gymnasiums in der vergangenen Woche für mehrere Tage nach Dresden geführt. Von dort machten sie zusammen mit ihren Lehrern einen Tagesausflug in die tschechische Hauptstadt Prag – ein Ausflug, der sowohl für 22 Schüler als auch für zwei Pädagogen weitreichende Folgen hatte.

Robert-Koch-Institut erklärte Prag zum Risikogebiet

Denn sie führen aktuell ein Leben in Quarantäne. Prag wurde nämlich am Mittwoch vor einer Woche vom Robert-Koch-Institut (RKI) zum Risikogebiet erklärt – und damit haargenau an dem Tag, als sich die zehnte Klasse dort aufhielt. Was natürlich vorher niemand wissen konnte.

„Um 17 oder 18 Uhr kam die Klasse zurück nach Dresden. Wenige Stunden danach, aber noch am selben Tag, hat das RKI Prag zum Risikogebiet erklärt“, sagt der Schuldirektor des Greifen-Gymnasiums, Dr. Markus Dittmann.

Hätte das RKI diese Entscheidung beispielsweise erst am nächsten Tag morgens um 4 Uhr getroffen, hätte der Ausflug keine Konsequenzen gehabt. „Anschließend waren wir dann im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt und dem Schulamt“, sagt Dittmann.

Auf der Rückfahrt Zwischenstopp in Pasewalk zum Corona-Test

Quasi auf der Rückfahrt von der sächsischen Landeshauptstadt nach Ueckermünde mussten sich Schüler und Lehrer in Pasewalk auf Corona testen lassen. Die Tests fielen allesamt negativ aus. Dennoch müssen die Betroffenen weiter zu Hause bleiben. Am Donnerstag folgt ein zweiter Test. „Ich gehe davon aus, dass wir am Freitag die Ergebnisse haben“, sagt Anke Radlof, die im Landkreis Vorpommern-Greifswald für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die Schulleitung bleibt gelassen: „Was sollen wir auch machen? Wir können die Schüler mit Aufgaben versorgen. Sie bekommen alles, was sie in dieser Woche in der Schule gemacht hätten. Eine Woche lang kann man das gut kompensieren“, findet Dittmann. Sind auch die Tests am Donnerstag negativ, geht der Schulleiter davon aus, dass die Schüler das Gymnasium in der kommenden Woche wieder besuchen können. Endgültig darüber entscheiden werde dann das Gesundheitsamt, erklärt Anke Radlof.

Für viele Schüler und auch Lehrer zählen Klassenfahrten zu den Höhepunkten des Schullebens. Dass sich so ein Ausflug in Corona-Zeiten schwieriger als sonst gestaltet, dürfte jeder Schulleitung bewusst sein. Doch sollte man ganz darauf verzichten?

Fahrten sind sehr wichtig und sollen weiterhin stattfinden

Direktor Dittmann hat eine klare Meinung: „Ich halte diese Fahrten für sehr wichtig. Das soziale Miteinander wird gestärkt. Schüler und Lehrer machen gemeinsam mal andere Sachen, als nur zusammen in einem Klassenraum zu sein. Die Fahrten sollen aus meiner Sicht auch weiterhin stattfinden. Man muss es aber natürlich nicht provozieren.“ Die Klassenfahrt nach Dresden verteidigt er. Die Schule hatte die Fahrt mit den Eltern abgestimmt: „Auch die wollten, dass die Kinder fahren.“

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