VOGEL-PLAGE

Ueckermünder Fischer fordern Jagd auf Kormorane

Ein Schwarm mit 200 Kormoranen auf einen Schlag – am Ueckermünder Fischereihafen ist das keine Seltenheit. Die fliegenden Vielfresser richten großen Schaden an. Was tun? Die Fischer hätten da eine Idee.
Durchaus elegante Flieger, aber eben auch gefräßige Fischräuber sind Kormorane.
Durchaus elegante Flieger, aber eben auch gefräßige Fischräuber sind Kormorane. Lutz Storbeck
Diese Wunde an einem unterarmlangen Zander hat ein Kormoran verursacht, sagt Fischer Conradt
Diese Wunde an einem unterarmlangen Zander hat ein Kormoran verursacht, sagt Fischer Conradt Lutz Storbeck
Eine ernste Gefahr für den Fischbestand stellen die Kormorane dar, die sich seit etwa zwei Jahren auch im Bereich Ueckerm
Eine ernste Gefahr für den Fischbestand stellen die Kormorane dar, die sich seit etwa zwei Jahren auch im Bereich Ueckermünde breitmachen, sagen Fischer Hans-Jürgen Conradt und seine Berufskollegen Fotos: Lutz Storbeck
Ueckermünde.

Ob wohl einer der Fischer vom Haff sein Boot „Kormoran“ taufen würde? Wohl eher nicht. Der gleichnamige Vogel beschert den wenigen verbliebenen Ueckermünder Fischern und den Anglern am Haff und an der Uecker zunehmend Sorgen. Seit etwa zwei Jahren machen sich die Kormorane an der Ueckermünder Haffküste und an der Uecker breit.

20 Tonnen Fisch – jeden Tag

Was im Vorjahr noch mit einzelnen Exemplaren angefangen hat, sagt einer der Angler, das hat sich mittlerweile ausgewachsen. An ungünstigen Tagen sind zwei-, dreihundert oder noch mehr der schwarzen Vögel auf der Jagd nach den Fischen. Wie Fischer Ernst-August Conradt sagt, geht das dann wirklich an die Substanz. Abgesehen davon, dass die Kormorane eine regelrechte Hatz auf die Schuppentiere machen und damit deren Entwicklung, beispielsweise das Laichen, gefährden, gibt es da noch diese riesige Fresslust. „Wenn man davon ausgeht, dass wir in MV etwa20 000 Kormorane haben und die pro Tier mindestens ein Kilo Fisch am Tag fressen, dann sind das schon gewaltige Mengen.

Keiner weiß, woher die Tiere kommen

Wegen der massiven Kormoran-Schäden sprechen der Fischer und seine Berufsgenossen von der „Schwarzen Pest“, wenn sie über diese fliegenden Schädlinge sprechen. Offen ist in diesem Zusammenhang die Frage, wo die Kormorane hausen. Das muss irgendwo an der Uecker sein, zwischen Eggesin und Ueckermünde, sagt man. Aber Genaueres weiß eben noch keiner – und das wird womöglich so bleiben, bis die Zahl der Tiere nochmals deutlich angestiegen ist.

Zu DDR-Zeiten hat es doch auch geklappt...

Fischer Conradt und seine Kollegen könnten sich durchaus eine Lösung vorstellen. Schließlich sind sie nicht erst seit gestern auf Haff und Ostsee unterwegs und haben auch in der Vorwendezeit mit dem Fischfang ihren Lebensunterhalt verdient. „Damals gab es den Kormoran zwar auch, aber er wurde bejagt, planmäßig. Und zwar so, dass die Bestände übersichtlich gehalten wurden, ohne dabei den Kormoran auszurotten“, sagt Conradt. Was damals ging, sollte doch eigentlich auch heute funktionieren, sagen die Fischer. Aber dazu braucht es Hilfe aus der Politik. Und diese Hilfe vermissen die Ueckermünder Fischer. Und sie haben überdies den Eindruck, dass keiner ihren Sorgen Gehör schenkt.

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