Die Sanierung der Sporthalle in Ueckermünde Ost und der Bau des historischen Hafenensembles könnten möglicherweise gestrichen werden.
Die Sanierung der Sporthalle in Ueckermünde Ost und der Bau des historischen Hafenensembles könnten möglicherweise gestrichen werden. Eckhard Kruse
Haushalt

Ueckermünder Geld reicht nicht für alle Großprojekte

Die Stadt Ueckermünde hatte sich für dieses Jahr viele Investitionen vorgenommen. Doch nun fehlen plötzlich einige Millionen Euro, um alles umzusetzen. Wie kommt das?
Ueckermünde

Die Kostenexplosion bei Material, Energie und vielem anderen bringt die Stadt Ueckermünde in diesem Jahr in finanzielle Bedrängnis. Nicht insgesamt. Doch laut Bürgermeister Jürgen Kliewe werden die eingeplanten Mittel in diesem Jahr nicht mehr ausreichen, um alle größeren und kleineren Investitionen tatsächlich umzusetzen. Das steht im Juni schon fest.

Das Problem: Mit den immer weiter ausufernden Kostensteigerungen bei den vielen Bauvorhaben fehlen der Stadt mittlerweile drei bis vier Millionen Euro in der Jahresplanung für 2022, erläuterte der Bürgermeister. Die Arbeiten in der Kita „Storchennest“ am Parkweg werde beispielsweise mehr verschlingen als die eingeplanten 200.000 Euro. Hier sollen ein Fußboden erneuert und Schallschutzdecken eingebaut werden.

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Auch die Kreisumlage ist ein Faktor

Auch die Mehrausgaben für die Kreisumlage an den Landkreis Vorpommern-Greifswald von rund 170.000 Euro sind für ihn ein Faktor. So wird die Stadt nicht darum herumkommen, einen Nachtragshaushalt zu beschließen. Dafür solle es im Sommer eine zusätzliche Sitzung der Stadtvertreter geben.

Dabei werden wohl ein Vorhaben oder mehrere Projekte für dieses Jahr ausgeklammert werden müssen, so Kliewe. In der Sondersitzung stünden die Stadtvertreter dann vor der schweren Wahl, ob etwa die Sanierung und Erweiterung der Sporthalle in Ueckermünde Ost wegen der enormen Mehrkosten gestrichen wird. Hier waren die Kosten von 825.000 auf 1,9 Millionen und nun auf 3,4 Millionen Euro in die Höhe geschossen, so dass man im Bauausschuss schon über ein Abspecken, Verschieben oder eine komplette Streichung der Maßnahme nachgedacht hatte.

Historisches Hafenensemble erst später bauen?

Denkbar wäre für den Bürgermeister auch, dass der Plan vom historischen Hafenensemble für insgesamt 1,35 Millionen Euro auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden muss. Denn für den zweiten Bauabschnitt gebe es derzeit noch keine Förderzusage. Die Stadt hofft aber auf eine 90-prozentige Förderung nach der Tourismusförderung. Kliewe war aber schon vor Wochen skeptisch, ob die große Summe für die historischen Bauten und den Kran am Wendebecken noch 2023 oder erst später fließen wird. Vielleicht auch, weil das Land derzeit andere wichtige Zahlungen zu tätigen hat. Dabei sollte das Areal auf einer Wiese am Neuen Bollwerk schon in diesem Jahr erschlossen werden.

All diese und andere Mehrkosten sorgten am Ende dafür, dass drei bis vier Millionen Euro für dieses Jahr fehlen. Der Finanzhaushalt umfasst aber nur eine Summe von derzeit 14,5 Millionen Euro. Für den Bürgermeister ist es sehr schade, dass abgespeckt werden muss. Denn Ueckermünde verfügte in diesem Jahr über einen schönen Haushalt mit vielen Investitionsmaßnahmen, meinte er.

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