Werksleiter geht

Ueckermünder Gießerei-Chef Taterra ist weg

Überraschende Personalie bei MAT Foundries: Werkleiter Hermann Josef Taterra ist nicht mehr Chef der Gießerei in Ueckermünde. Er selbst hat mit dieser Entscheidung offenbar nicht gerechnet.
Holger Schacht Holger Schacht
Christian Johner Christian Johner
Hermann Josef Taterra grüßt nicht mehr aus der Gießerei Ueckermünde.
Hermann Josef Taterra grüßt nicht mehr aus der Gießerei Ueckermünde. NK-Archiv (Kombo)
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Ueckermünde.

Freie Stellen gibt’s in Ueckermündes Gießerei MAT Foundries Europe viele. Gesucht werden übers Internet und die Arbeitsagentur Betriebsschlosser, Produktionsplaner, Fertigungs-Koordinatoren und Personalreferenten. Jetzt ist ein neuer Job vakant. Der Chef ist weg. Werkleiter Hermann Josef Taterra hat das Unternehmen nach 14 Monaten wieder verlassen. Die überraschte Belegschaft (340 Mitarbeiter) erfuhr die Nachricht am 28. Dezember per Aushang. Eine Unternehmenssprecherin bestätigt: „Die Trennung erfolgte im beiderseitigen Einvernehmen. Der Vertrag lief aus und ist nicht verlängert worden.“

Diese kurzfristige Entwicklung sorgt nicht nur intern, sondern auch im Umfeld der Gießerei für Erstaunen. Kurz vor Weihnachten war Taterra offenbar noch davon ausgegangen, auch im neuen Jahr Boss in Ueckermünde zu sein. Bis in den Februar hinein machte er Termine, wollte sich 2019 unter anderem für die Verbesserung der Bedingungen seiner Auszubildenden an der Berufsschule einsetzen. Über einen Nachfolger Taterras ist bisher nichts bekannt.

Taterra hatte nicht nur Freunde

Die Gießerei am Haff ist eines von zwei Werken der MAT Foundries Europe und gilt als Zweigniederlassung. Die zweite Gießerei und das Haupthaus der Gesellschaft stehen in Neunkirchen (Saarland). MAT ist Zulieferer für die Automobilindustrie. In Ueckermünde werden vor allem Teile für Bremsen produziert. Jährlich werden Teile für etwa 17 Millionen Autos gefertigt. Abnehmer sind alle namhaften Autobauer in Deutschland. In die Gießerei in Ueckermünde wurden seit 2015 mehrere Millionen Euro in den Ausbau investiert. Laut des MAT-Geschäftsberichts 2016 machte sie einen Umsatz von 55,8 Millionen Euro. Wörtlich heißt es darin über die MAT-Gruppe: „Der Jahresüberschuss betrug 0,0 Mio. Euro. Die Gesellschaft sieht das Ergebnis als nicht befriedigend an.“ Zahlen aus den Jahren 2017 und 2018 sind bisher nicht veröffentlicht.

Hermann Josef Taterra, der wegen seiner robusten Art nicht nur Freunde hat, war im Oktober 2017 offenbar als „Feuerwehrmann“ geholt worden. Um den Fachkräftemangel zu beseitigen, soll er bundesweit sogar Headhunter eingesetzt haben. In der Haff-Region ist Taterra gut vernetzt. In den Jahren 2004 bis 2010 war er Geschäftsführer der Eisengießerei Torgelow, ging später nach Leipzig. Zurückgekehrt ans Haff, bemängelte er gegenüber dem Nordkurier: „In Torgelow habe ich damals 150 Azubis ausgebildet. Von denen arbeitet kaum einer mehr in der Region.“

 

Kommentare (2)

Welche Gießerei ist nun gemeint? Torgelow oder Ueckermünde........

Ups, da haben wir das falsche Bild rausgesucht. Und dabei stand es sogar noch groß drauf, dass das die falsche Gießerei ist! Danke für den Hinweis und pardon für den Fehler - wir haben das Bild getauscht.