INSOLVENZ

Ueckermünder Lila Bäcker-Filiale verkürzt Ladenzeiten

Der Lila Bäcker in der Ueckermünder Altstadt öffnet nur noch vier Stunden am Tag. Viele Kunden bedauern das. Sie fürchten um das harmonische Stadtbild.
Holger Schacht Holger Schacht
Die Lila Bäcker-Filiale in Ueckermündes Altstadt öffnet nur noch von 7 bis 11 Uhr.
Die Lila Bäcker-Filiale in Ueckermündes Altstadt öffnet nur noch von 7 bis 11 Uhr. Holger Schacht
Ueckermünde.

Zwei der drei Mitarbeiterinnen sind in andere Filialen versetzt, die Öffnungszeit ist auf 7 bis 11 Uhr reduziert. Die Nachricht von der Schließung der Lila Bäcker-Filiale in der Ueckermünder Altstadt spätestens Ende September schockierte viele Kunden des Cafés mit Verkaufstresen. Jetzt müssen sie mit ansehen, wie schnell es dem Ende entgegengeht.

„Es ist eine sehr schöne Filiale, man wird stets ruhig und freundlich bedient. Für viele Ueckermünder ist ein kurzer Aufenthalt bei Kaffee und Kuchen zu einem wöchentlichen Ritual geworden“, sagt Nordkurier-Leserin Christiane Appelhagen. Die Ueckermünderin machte noch eine weitere Beobachtung: „Wenn ich mir die Ueckerstraße ansehe, so fallen mir eine Vielzahl leerstehender Geschäfte auf. Steht nun bald diese ganze Ecke auch noch leer, trägt das absolut nicht zu einem harmonischen Stadtbild bei, und ein kleiner, aber sehr schöner Kommunikationsmittelpunkt geht verloren. Das kann nicht sein!“

Lila Bäcker-Filiale hat noch keinen Nachmieter

Bisher scheint tatsächlich kein Nachfolgemieter gefunden worden zu sein. An der Glasscheibe hängt weiter der Zettel der Aufschrift „Zu vermieten“ und den Kontaktdaten zu einer Immobilienfirma.

Auch Margot Engelke aus Ueckermünde, Ehrenvorsitzende des Landesseniorenbeirates, setzte sich für den Erhalt des Cafés ein: „Die Filiale hat viele zufriedene Kunden und macht hohe Umsätze. Es ist auch ein Treffpunkt für Senioren und Seniorinnen.“

Im Juli hatte der Nordkurier bezüglich der Schließungspläne und der Zukunft der Lila Bäcker-Mitarbeiter in der Haff-Region eine Anfrage an Lila-Bäcker-Insolvenzverwalter Dr. Torsten Martini geschickt. Sie ist bis heute unbeantwortet.

Mitte August schöpfte Margot Engelke noch Hoffnung, dass die Filiale am Ueckermünder Markt nicht schließen würde. Am 12. August kam die Nachricht, dass die Bäckerei-Kette einen weiteren Schritt aus der Insolvenz gemacht habe. In einer Versammlung im Amtsgericht Neubrandenburg stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu. Insolvenzverwalter Martini sagte: „Da die Sanierung erste Erfolge zeigt, können mehr Filialen und Arbeitsplätze erhalten werden als vor einigen Wochen angekündigt. War Anfang Juli noch von rund 250 Verkaufsstellen und 2000 Jobs die Rede, sehen die neuen Pläne 2180 Mitarbeiter und 270 Filialen vor.“

 

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