SCHIFFFAHRT

Ueckermünder Rolli-Segler braucht Geld für die Werft

Die Segeltörns mit der „Wappen von Ueckermünde“ werden gut nachgefragt. Doch nach zwölf Jahren müsste der Großsegler auf der Werft repariert werden. Der Verein braucht jede Hilfe und bittet deshalb um Spenden.
Georg Führer, Torsten Heinrich und Horst Gollatz vor der „Wappen von Ueckermünde“ im Hafen des Zerum. De
Georg Führer, Torsten Heinrich und Horst Gollatz vor der „Wappen von Ueckermünde“ im Hafen des Zerum. Der Förderverein, der Rollstuhlfahrern hilft, braucht jetzt selbst Hilfe. Er muss 350 000 Euro für Reparaturen aufbringen. Simone Weirauch
Ueckermünde.

Nach einer guten Saison liegt die „Wappen von Ueckermünde“ jetzt in ihrem Hafen am Zerum. Der deutschlandweit erste und immer noch einzige Großsegler, mit dem auch Rollstuhlfahrer einen Segeltörn unternehmen können, muss diesmal nicht nur winterfest gemacht werden. „Das Schiff müsste auf die Werft und einmal generalüberholt werden“, sagt Schiffsführer Torsten Heinrich. Die regelmäßigen Kleinreparaturen und Entrostungsarbeiten reichen nicht mehr aus. Das salzige Ostseewasser hat nach zwölf Jahren deutliche Spuren hinterlassen. Auch das Holzdeck muss erneuert werden, das Kartenhaus braucht neue, dichte Fenster. „Wir brauchen 350 000 Euro für die Arbeiten auf der Werft“, sagt Georg Führer vom Förderverein. Der Rolli-Segler deckt durch den Segelbetrieb zwar seine laufenden Kosten, aber ein Werftaufenthalt ist da nicht mehr drin, rechnet Georg Führer vor.

3000 Menschen sind schon mit dem Großsegler gefahren

Die Saison 2019 war lang, am 20. Oktober unternahm die „Wappen von Ueckermünde“ noch eine Fahrt. Von Mai bis Oktober setzten rund 500 Gäste ihren Fuß an Bord, 285 fuhren mit der „Wappen“ aufs Wasser hinaus. Im Laufe der Jahre segelten nun schon weit über 3000 Menschen mit dem Rolli-Segler auf dem Haff und der Ostsee. „Der Rollisegler funktioniert rundum gut und nachhaltig, immer wieder wird uns bestätigt, dass das eine ehrenwerte Sache ist“, sagt Horst Gollatz, der erste Vorsitzende des Fördervereins. Doch für die zusätzlichen Kosten, die ein solcher Großsegler nun einmal verursacht, muss der Verein als Schiffseigner auch weiterhin „Klinken putzen“ und nach Fördermöglichkeiten suchen. Das wird immer schwieriger, bestätigen Gollatz und Führer. Die Vereinsmitglieder sind über ganz Deutschland verstreut. „Wir sind zudem in die Jahre gekommen und bräuchten Nachwuchs sowie beherzte Spender.“ Eine Saison an Land könne sich der Großsegler nicht leisten.

Eva Luise Köhler hat das Schiff getauft

Die „Wappen von Ueckermünde“ war im Mai 2007 von Eva Luise Köhler, der Gattin des damaligen Bundespräsidenten, getauft worden. „Das Echo auf unseren Großsegler ist bundesweit groß“, sagt Horst Gollatz. Gruppen aus ganz Deutschland würden kommen. Auch Segelfreunde aus Österreich und Polen buchen inzwischen das Großsegelschiff. 26 Fahrten wurden in diesem Jahr unternommen. 105 Tage war die „Wappen von Ueckermünde“ 2019 im Einsatz. Am häufigsten ist der Rolli-Segler im Stettiner Haff, in der südlichen Ostsee sowie rund um Usedom unterwegs. Andere Touren führten schon nach Helgoland und an die Küsten Schwedens.

Das Segelschiff kann zwölf Menschen mit an Bord nehmen, darunter bis zu vier Rollstuhlfahrer. Für Passagiere mit Handicap wurden besondere technische Einrichtungen eingebaut, damit sie sich am Segeln aktiv beteiligen können. Immer mehr Rollstuhlfahrer trauen sich das zu, sagt Torsten Heinrich. Der Rolli-Segler sei das beste Beispiel dafür, dass die inklusive Gesellschaft funktioniert.

www.rollisegler.de

 

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