FINANZNOT

Ueckermünder Speicherverein kämpft ums Überleben

Eine der bedeutendsten kulturellen Einrichtungen in Vorpommern ist in finanzieller Not. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die Politik ihnen unter die Arme greift.
Um das Leben im Kulturspeicher aufrechtzuerhalten, wird Hilfe benötigt.
Um das Leben im Kulturspeicher aufrechtzuerhalten, wird Hilfe benötigt.
Ueckermünde.

Finanziell auf Rosen gebettet war der Kulturspeicher noch nie – doch so ernst wie jetzt war die Lage selten. „Es kommt nicht aus heiterem Himmel, dass wir in Not sind“, sagt Speichervereinschefin Katrin Starke, die zusammen mit ihrem Team den Kulturspeicher betreibt. Das Haus in der Ueckermünder Bergstraße hat für Einheimische und Touristen ein Angebot wie wohl kaum eine andere Einrichtung in Vorpommern. Ein Regionalwarenladen mit mehr als 30 Händlern sowie Musik, Tanz, Lesungen, Ausstellungen und vieles mehr wird unter dem Speicherdach geboten, dazu hat das Haus deutschlandweit einen guten Ruf. Und dennoch pfeift der Speicherverein aus dem letzten Loch.

60 000 bis 80 000 Euro wären nötig

„Unsere einzige feste regelmäßige Einnahme sind 4000 Euro im Jahr vom Landkreis“, sagt Katrin Starke. Um damit Personalkosten zu decken und den Kulturspeicher nicht fast nur ehrenamtlich am Leben zu halten, ist das deutlich zu wenig. „Wir können nicht fast ausschließlich auf die ehrenamtliche Arbeit setzen. Das hat keine Zukunft“, sagt Katrin Starke.

In Aussicht steht zwar auch eine kurzfristige Unterstützung durch Fördermittel vom Land aus dem Vorpommern-Fonds mit einem zusätzlichen Zuschuss durch die Stadt Ueckermünde in Höhe von 1000 Euro. Doch das würde nicht reichen, damit der Kulturspeicher über eine längere Zeit auf gesunden Beinen steht. Um die Arbeit wirklich stemmen zu können, ohne auf das Ehrenamt angewiesen zu sein, wären nach Angaben von Katrin Starke 60 000 bis 80 000 Euro nötig.

Bürgermeister wirbt bei der Landesregierung

„Kurzfristig wäre das Geld aus dem Vorpommern-Fonds hilfreich, aber wir würden insgesamt genauso schlecht überleben wie in der Vergangenheit. Wir können aktuell nur eine halbe Stelle besetzen. Das reicht nicht. Wir brauchen eine langfristige Unterstützung“, sagt Katrin Starke.

Immerhin: Es gibt Hoffnung für den Kulturspeicher. Unterstützung erhielt Katrin Starke zuletzt von Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe. „Er hat sich sehr darum bemüht und dafür eingesetzt, Kontakte zur Landesregierung aufzubauen. Es ist meiner Meinung nach die Aufgabe des Landes, Kulturstrukturen zu schaffen“, sagt Katrin Starke.

Es gibt keinen Plan B

Ausgerechnet in dieser Situation feiert der Kulturspeicherverein in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Katrin Starke würde sich wünschen, dass der Verein mindestens noch zwei weitere Jahrzehnte weitermacht. Damit dieser Wunsch auch in Erfüllung geht, wird sie auch in den nächsten Wochen und Monaten das Gespräch mit dem Land suchen und um langfristige Hilfe kämpfen. „Wir werden noch nicht aufgeben. Noch hoffen wir auf Unterstützung. Das ist unser Plan A“, sagt Katrin Starke. Auf die Frage, ob es auch einen Plan B gibt, antwortet sie: „Plan A muss passen. Wir haben keinen Plan B. Was passiert, wenn Plan A nicht aufgeht, darüber will ich gar nicht nachdenken.“

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Kommentare (1)

Dann spreche ich mal aus was niemand hören will. Die einzig richtige Lösung wäre in diesem Fall die Schließung. Wie soll sich ein Verein finanziell über Wasser halten wenn er keine Einnahmen verzeichnet? Da kann Plan A noch so schön klingen aber an Plan B wird man wohl nicht vorbei kommen. Und so bedeutend kann dieser Verein nicht sein da ja kaum Notiz von selbigen genommen wird.